Aktuelles

Regensburg, 05.09.2003

REWAG sanierte historisches Reinigergebäude im ehemaligen Gaswerk

Vorstellung am "Tag des offenen Denkmals"
Bereits seit Mai wird das Gebäude als Mitarbeitercasino und für Konferenzen der REWAG und der Stadtwerke Regensburg genutzt. Nun haben REWAG-Vorstandsvorsitzender Norbert Breidenbach und Vorstandskollege Peter Wolfrum das sorgfältig sanierte Schmuckstück unter Anwesenheit der am Bau beteiligten Firmen und Behörden offiziell seiner Bestimmung übergeben und den Medien präsentiert.

Schon am 14. September können sich alle interessierten Regensburger und Regensburgerinnen am "Tag des offenen Denkmals" ein Bild von diesem imposanten Industriedenkmal machen, das auch für Ausstellungen und Info-Veranstaltungen Verwendung finden soll.

Raum für ungewöhnliche Spaziergänge: der Glassteg in 4,5 Meter Höhe.Fachwerk und Glas vereinen sich in der dynamischen DachkonstruktionIndustriedenkmal mit modernem Glanz: das sanierte Reinigergebäude.



Hinweis: Ein Klick auf ein Bild öffnet dessen Großansicht.


Stichwort "Tag des offenen Denkmals":
Der T.d.o.D. findet am 14.09.2003 statt.
Es werden fünf Führungen durch das ehem. Reinigergebäude organisiert und zwar um
10.00, 11.15, 13.00, 14.15 und 15.30 Uhr.

Treffpunkt ist die Zufahrt zum REWAG-Gelände (R-Kom). 


Das städtische Gaswerk
Das Gebäude am Gelände der Stadtwerke Regensburg in der Greflingerstraße war Teil des städtischen Gaswerks, das in den Jahren 1909/10 errichtet wurde. Für den Bauentwurf zeichnete damals der Leiter des städtischen Bauamtes Adolf Schmetzer verantwortlich; die Bauausführung lag beim Regensburger Architekten Karl Frank.

Im Anfang des 20. Jahrhunderts noch unbebauten Osten der Stadt und mit eigenem Bahnanschluss löste es das 1857 in Betrieb genommene Gaswerk an der Landshuter Straße (heute Finanzamt) ab, das den rapide gestiegenen Gasbedarf nach der Jahrhundertwende nicht mehr befriedigen konnte.

Betreiber des Gaswerkes waren die Stadtwerke Regensburg. Die Gewinnung des Gases erfolgte aus Steinkohle, das im Reinigergebäude "entgast" wurde. Die Reinigung des gewonnenen Rohgases von noch enthaltenem Schwefelwasserstoff erfolgte in der Trocken-Reinigeranlage unter Einsatz von Raseneisenerz bei gleichzeitiger Umbildung zu organischem Schwefel.

Mit dem Bau von Raffinerien brach Mitte des 20. Jahrhunderts die Ära des Ferngases an. Nach Fertigstellung der Ferngasleitung strömte erstmals am 10.12.1964 Ferngas aus den Raffinerien bei Ingolstadt zur Abdeckung des Spitzenbedarfs nach Regensburg. Am 27.10.1965 legten die Stadtwerke die Werkanlagen zur Gaserzeugung und -aufbereitung endgültig still und deckten den Gasbedarf fortan ausschließlich mit Ferngas.

1974 wurde der Bezug auf Naturgas (Erdgas) umgestellt. Ab diesem Zeitpunkt nahm die Gasversorgung eine rasante Aufwärtsentwicklung.

Historische Bedeutung
Vom damaligen Gaswerk hat sich eine bedeutende Baugruppe im Südosten sowie der aus dem Jahre 1928/29 stammende Scheibengasbehälter (Gasometer) weitgehend vollständig erhalten. Das lang gestreckte Reinigergebäude ist mit einem mächtigen Bogendach und hölzernen Fachwerkbogenbindern ausgestattet. Auf diesen sog. "Stephansbindern" ruht die gesamte Dachkonstruktion.

Aufgrund ihrer orts-, technik- und baugeschichtlichen Bedeutung wurden die historischen Baulichkeiten des städtischen Gaswerks 2001 in die Denkmalliste der Stadt Regensburg eingetragen. Um die Erhaltung der historischen Bausubstanz sicher zu stellen, sanierte die REWAG 2002/2003 für 1,79 Mio EUR das zwischenzeitlich als Lager genutzte Reinigergebäude und baute es zu einem Sitzungs- und Casinogebäude um.

"Da der Bereich des früheren Casinos im Erdgeschoß des Hauptgebäudes seit Jahresbeginn als Service-Center für unsere Kunden genutzt wird, konnten wir mit der Sanierung gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen", erklärt Vorstandsvorsitzender Nobert Breidenbach. "Damit hat die Mitarbeiterkantine eine neue Bleibe gefunden und gleichzeitig konnte das historische Gebäude einer angemessenen Nutzung im reizvollen historisch-modernen Ambiente zugeführt werden."

Behutsame Adaptierung
Die riesigen Fensterflächen prägen das äußere Erscheinungsbild. Sie konnten ebenso erhalten werden wie die historischen Fenstergitter. Um eine entsprechende Be- und Entlüftung sowie eine zeitgemäße Wärmedämmung des 12 Meter hohen Casinoraumes zu ermöglichen, wurden lasierte Holzfenster mit Isolierverglasung eingebaut. Im Zuge der behutsamen Adaptierung erhielt das Dach des Reinigergebäudes ein Oberlichtband aus Glas.

Der hintere Teil des Gebäudes wurde mit einer Zwischendecke versehen, um damit im ersten Stock Raum für den neuen Sitzungssaal zu gewinnen. Herzstück des Gebäudeinneren ist ein in 4,5 Meter Höhe aufgehängter, begehbarer Glassteg, der aus dem Sitzungssaal über dem Casinobereich zu einer kleinen Galerie führt. Die Stahlkonstruktion wird künftig für diverse Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt.

Für den Umbau zeichnen die Architekturbüros Hanshans in Lappersdorf und das Architektur- und Ingenieurbüro Stürzl in Regensburg verantwortlich. Die Innengestaltung übernahm das Regensburger Architekturbüro Dettenhofer-Rinner.


-------------------------------------------------------------------------------
Hinweis: Ein Klick auf ein Bild öffnet dessen Großansicht.

Online-Service
Schmuckbild
Schnell und bequem Ihre Kundendaten einsehen und ändern.
>> Login
>> Jetzt registrieren
>> REWAG-Kunde      werden