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Martin Gottschalk
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Donnerstag, 02.02.2017 10:15

Klimafreundliche Fernwärme für Barbing

V.l.n.r.: Bürgermeister Jürgen Huber, Baureferentin Christine Schimpfermann, ‎Landrätin Tanja Schweiger, Bürgermeisterin Gertrud ‎Maltz-Schwarzfischer, Klärwerksleiter ‎Robert Lorenz, REWAG-Vorstandsvorsitzender Olaf Hermes, REWAG-Projektleiter Andreas ‎Krüger, Barbings Erster Bürgermeister Johann Thiel und der REWAG-Bereichsleiter Vertrieb, ‎Handel Erzeugung, Karl Wolfgang Brunner.‎

Ab Frühjahr 2017 baut die REWAG ‎ein Fernwärmenetz, welches das Neubaugebiet in der ‎Gemeinde ‎Barbing mit klimafreundlicher, annähernd CO2-neutraler Wärme ‎versorgt. Dabei nutzt der Energiedienstleister ‎die überschüssige ‎Abwärme aus drei Blockheizkraftwerken (BHKWs) des Klärwerks ‎der ‎Stadt Regensburg. Das Projekt steht auch für die gute ‎Kooperation der Stadt und des ‎Landkreises Regensburg, der ‎Gemeinde Barbing und der REWAG.

Zum Startschuss des Projekts trafen sich der REWAG-‎Vorstandsvorsitzende Olaf Hermes, ‎die zweite Bürgermeisterin der ‎Stadt Regensburg und REWAG-Aufsichtsratsmitglied Gertrud ‎Maltz-‎Schwarzfischer, REWAG-Aufsichtsratsmitglied Bürgermeister Jürgen ‎Huber, die ‎Landrätin des Landkreises Regensburg Tanja Schweiger ‎und der Erste Bürgermeister der ‎Gemeinde Barbing Johann Thiel im ‎Klärwerk der Stadt Regensburg am Kreuzhof.

Die überschüssige Wärme aus der BHKW-Anlage des Klärwerks Re‎gensburg soll künftig auf ‎der Grundlage eines Kooperationsvertrages ‎mit der REWAG für die Fernwärmeversorgung ‎der Gemeinde Barbing ‎sorgen. Dafür baut der Energieversorger eine etwa 1.600 Meter lange ‎‎Fernwärmeleitung entlang der Straubinger Straße, Frühlingstraße und ‎der Mintrachinger ‎Straße in Barbing bis zu dem neuen Baugebiet Bar‎bing Süd, mit der 250 Einfamilienhäuser ‎versorgt werden können. So ‎stehen der Gemeinde Barbing jährlich etwa1.500 ‎Megawattstunden ‎regional erzeugter Wärme zur ‎Verfügung. Entlang der neuen Fernwär-‎metrasse werden zudem die kommunalen Gebäude ‎der Gemeinde ‎wie der Kindergarten, das Rathaus oder die Feuerwehr an-‎geschlossen. Der ‎Bau der Fernwärmeleitung erfolgt ab Frühjahr 2017, ‎die erste Wärmelieferung voraussichtlich ‎im Winter 2017/2018. Insgesamt investiert die REWAG dafür rund 1,5 Millionen Euro.‎

Für den REWAG-Vorstandsvorsitzenden Olaf Hermes hat das Projekt ‎Beispielcharakter, ‎nicht nur für die Kooperation zwischen Stadt, ‎Landkreis und der REWAG, sondern auch für ‎eine effiziente Nutzung ‎von Energie: „Wärmelösungen – vorrangig aus dezentraler Erzeugung ‎‎‎– sind eine Kernkompetenz der REWAG. Mit dem Bau der ‎Fernwärmeleitung kann die ‎Abwärme der BHKWs nicht nur für das ‎Klärwerk, sondern auch für das Neubaugebiet ‎verwendet werden. So ‎schaffen wir einen optimalen Synergieeffekt.“‎

Die zweite Bürgermeisterin der Stadt Regensburg, Gertrud Maltz-‎Schwarzfischer, ergänzt: ‎‎„Eine regionale Wärmeversorgung auf den ‎Weg zu bringen, die den CO2-Ausstoß wie in diesem Fall deutlich ‎reduziert, ist der richtige Ansatz.“‎

Drei Blockheizkraftwerke produzieren umweltfreundliche Wärme ‎und Strom

Blockheizkraftwerke arbeiten nach dem Prinzip der ‎Kraft-Wärme-‎Kopplung, ‎das heißt: Sie ‎produzieren gleichzeitig Strom und Wärme. ‎Dadurch ‎wird der eingesetzte ‎Brennstoff sehr viel ‎effizienter genutzt ‎als bei der getrennten Produktion ‎und es entstehen ‎vergleichsweise ‎‎weniger klimaschädliche CO2-Emissionen. Grundlage ist ‎meist ein ‎Motor, ‎der einen ‎Generator antreibt und damit Strom erzeugt. Die ‎Abwärme wird ‎zum Heizen ‎genutzt. Das ‎Klärwerk der Stadt ‎Regensburg betreibt drei BHKWs mit einer elektrischen Leistung von ‎‎insgesamt 1.911 Kilowatt und einer thermischen Leistung von ‎insgesamt 2.175 Kilowatt. Die ‎BHKW-Anlagen werden mit Klärgas ‎betrieben, das aus dem Prozess des Klärwerkes vor Ort ‎gewonnen ‎wird. In den Faulbehältern des Klärwerks wird aus Klärschlamm ‎Methangas ‎produziert. Derzeit laufen die BHKWs rund um die Uhr ‎und speisen die Strommenge in das ‎betriebseigene Netz ein. Die ‎Wärmemenge wird zunächst ebenfalls für den Eigenbedarf ‎‎verwendet. Es wird jedoch nur rund 50 Prozent der produzierten ‎Wärmemenge genutzt. ‎

Die REWAG baut zudem eine neue Heizkesselanlage, die mit Erdgas ‎betrieben wird. Sie ‎übernimmt bei einem Ausfall der BHKWs die Wär-‎meversorgung der Faulbehälter, der ‎Gebäude des Klärwerks und des ‎Neubaugebiets. ‎Der Erdgas-Heizkessel dient außerdem dazu, bei ‎Spitzenlasten, also bei einem hohen Verbrauch, bei dem die Wärme-‎mengen der Blockheizkraftwerke nicht mehr ausreicht, den ‎Wärmebedarf zu decken. Trotz des Einsatzes von Erdgas ist ‎insgesamt eine hohe Energieeffizienz und eine sehr ‎gute CO2-Bilanz ‎gegeben, da sich der Erdgaskessel nur bei Spitzenlasten dazu ‎schaltet. Etwa 80 Prozent der Wärmeversorgung erfolgt CO2-neutral.‎

Fernwärme für Barbing

Die im Heizkraftwerk produzierte Wärme wird künftig als Heizwasser ‎in die Gebäude ‎transportiert. Sie dient zum Betrieb der Heizung und ‎zur Erzeugung von Warmwasser. ‎Fernwärme ist eine ökologische und ‎sehr wirtschaftliche Form der Wärmeversorgung. Die ‎Wärme wird ‎umweltschonend erzeugt und durch ein wärmegedämmtes ‎Rohrsystem direkt in ‎die Immobilien geleitet. Anstelle einer ‎Heizungsanlage sind die Gebäude mit einer wartungsarmen ‎Fernwärme-Kompaktstation ‎ausgestattet. Die Nutzer profitieren von ‎transparenten, günstigen Wärmepreisen und ‎geringeren ‎Preisschwankungen im Vergleich zu anderen Wärmelösungen. ‎Darüber hinaus ‎reduziert Fernwärme die CO2-Emissionen des ‎versorgten Gebäudes und bietet eine sehr ‎hohe Ver‎sorgungssicherheit. Letztlich ist es aber vor allem auch eine ‎Steigerung des ‎Wohnkomforts und der gefühlten Sicherheit, zu ‎wissen, dass weder eine Heizungsanlage ‎direkt im Haus in Betrieb ist, ‎noch Brennstoffe vor Ort gelagert werden.‎
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‎„Vor Ort  erzeugte Energie zu nutzen, ist ein entscheidendes Kriterium ‎für die ‎regionale Energiewende“, so Landrätin Tanja Schweiger. „Der ‎Landkreis Regensburg möchte ‎zudem in Sachen Klimaschutz eine ‎Vorbildfunktion einnehmen. Kooperationen wie diese ‎eignen sich ‎dafür besonders.“ Auch Barbings Erster Bürgermeister Johann Thiel ‎sieht dem ‎Projekt positiv entgegen: „Mit dieser Art der Wärmenutzung ‎können wir den CO2-Ausstoß ‎deutlich reduzieren, nicht nur für das ‎Neubaugebiet, sondern auch für unsere Liegenschaften ‎der ‎Gemeinde. Diese Lösung ist nicht nur klimafreundlich, sondern auch ‎wirtschaftlich ‎sinnvoll.“ ‎‎