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Mittwoch, 25.04.2018 14:34

Neues grünes Energiehaus für den Inneren Westen – REWAG und Brauerei Bischofshof errichten ‎Energiezentrale

V.l.n.r.: Andreas Krüger, Fachbereichsleiter REWAG, Leonhard Resch, Technischer ‎Betriebsleiter Brauerei Bischofshof, Hermann Goß, Brauereidirektor, Bürgermeister Jürgen ‎Huber, REWAG-Vorstandsvorsitzender Olaf Hermes und Karl Beck, Kaufm. Leiter Brauerei ‎Bischofshof.‎

Auf dem Gelände der Brauerei Bischofshof an der Dechbettener Straße wird eine umweltfreundliche ‎und innovative Energiezentrale errichtet, die nicht nur die Brauerei ‎mit Wärme und ‎Strom versorgen wird. Am heutigen Mittwoch ga‎ben der Brauereidirektor Hermann Goß, der REWAG-‎Vorstandsvorsitzende Olaf Hermes und Bürgermeister Jürgen Huber den Startschuss.

Die Brauerei nutzt für ihren Wärmebedarf eine Dampfkesselanlage, ‎die im Energiehaus untergebracht werden wird. Betrieben mit ‎Bioerdgas ‎sorgen zudem drei Blockheizkraftwerke (BHKWs) mit ‎Erdgas-Spitzenlastkesseln für eine nahezu CO2-neutrale ‎Wärmeversorgung.‎ Neben der Brauerei werden auch das zukünftige ‎Wohnquartier „Das Dörnberg“ sowie die Hedwigsklinik und der ‎Neubau der Kreuzschule auf dem Gelände des ehemaligen ‎Jahnstadions über ein Fernwärmenetz versorgt. Den in der Energie-‎zentrale erzeugten Strom nutzt die Brauerei größtenteils selbst, der ‎Rest wird in das öffentliche Netz des Regensburger ‎Energieunternehmens eingespeist.  Die Fertigstellung des „REWAG ‎und Bischofshof Energiehauses“ ist für Herbst dieses Jahres geplant.‎

‎„Eine nachhaltige Wärmeversorgung für Industriebetriebe und Wohn-‎quartiere hat für eine wachsende Stadt wie Regensburg eine immer ‎größere Bedeutung. Gerade in der umweltfreundlichen Wärmeerzeu-‎gung gibt es viel Potential, um CO2 einzusparen“, so REWAG-‎Aufsichtsratsmitglied Bürgermeister Jürgen Huber.‎

‎ „Die Energieversorgung der Zukunft ist erneuerbar und dezentral. Für ‎dieses Credo steht die REWAG. Wir versorgen immer mehr Kunden ‎mit Strom und Wärme aus regenerativen, dezentralen ‎Energieerzeugungsanlagen – vom Industriebetrieb bis hin zum ‎Wohnquartier“, so Olaf Hermes, Vorstandsvorsitzender des ‎Regensburger Energieversorgers. „Dezentrale Erzeugung“ beschreibt ‎die energieeffiziente Wärme- und Stromproduktion aus ‎‎Blockheizkraftwerken. Diese Anlagen arbeiten nach dem Prinzip der ‎Kraft-Wärme-Kopplung, ‎das heißt: Sie produzieren gleichzeitig Strom ‎und Wärme. Dadurch wird der eingesetzte ‎Brennstoff sehr viel ‎effizienter genutzt als bei der getrennten Produktion, und es entstehen ‎‎vergleichsweise weniger klimaschädliche CO2- Emissionen. Grund‎lage ist meist ein Motor, ‎der einen Generator antreibt und damit Strom ‎erzeugt. Die sogenannte Abwärme wird zum Heizen ‎genutzt. ‎Betrieben mit Bioerdgas sorgen BHKWs über Nah- und Fern-‎wärmenetze für eine CO2-neutrale ‎Wärmeversorgung und zugleich ‎regenerativ erzeugten Strom in Wohnvierteln und Betriebsstätten von ‎‎Firmen. Weil sie sich absolut dezentral einsetzen lassen, können sie ‎‎genau dort maßgeschneidert platziert werden, wo die Energie ‎benötigt wird. Das bedeutet: Kaum Übertragungsverluste, individuelle ‎Lösungen, schnelle Reaktion auf den Bedarf und damit hohe ‎Effizienz. ‎Es fallen weder Anschaffungs- noch ‎Wartungskosten für eine eigene ‎Heizungsanlage, ‎noch für einen Schornstein an. Brennstoffe müssen ‎nicht mehr beschafft und gelagert ‎werden. „Die Energie wird dort er-‎zeugt, wo sie gebraucht wird“, so Hermes. Die REWAG betreibt ‎bereits 29 ähnliche Anlagen in Regensburg und der Region. ‎

Bischofshof Brauereidirektor Hermann Goß sieht in dem Projekt einen ‎Meilenstein im ‎Bischofshof-Nachhaltigkeitskonzept auf dem Weg zu ‎einer zu klimaneutralen Brauerei in Regensburg: ‎‎„Jetzt erzeugen wir ‎gemeinsam mit der REWAG nachhaltig und ressourcenschonend ‎Strom und Wärme vor Ort für unsere Brauerei und benachbarte ‎Haushalte, die Hedwigsklinik ‎sowie die neue Kreuzschule und die ‎Braustuben. Diese effiziente und mit kurzen ‎Wegen gesegnete ‎Konstellation erspart uns auf Dauer Kosten und ermöglicht es uns ‎noch mehr in unsere Brauerei und noch stärker in die Region zu ‎‎investieren. Ob im Sport, Sozialem oder der Kultur – regional geben ‎wir gerne Vollgas! Das gemeinsame Energiekonzept der REWAG und ‎der Brauerei Bischofshof ist ein außergewöhnliches, hochmodernes ‎Projekt zur ‎regionalen, in die Zukunft gerichteten Wertschöpfung mit ‎überregionaler Strahlkraft. Es dürfte bayernweit einmalig sein!“, so ‎Goß.‎ Die Brauerei Bischofshof geht in Sachen Eigenstromerzeugung ‎noch einen Schritt weiter. Sie setzt in Zusammenarbeit mit der ‎REWAG eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Energiezentrale ‎um. Diese Anlage produziert pro Jahr circa 60.000 kWh ‎‎(Kilowattstunden), die direkt im Bischofshof Brauvorgang genutzt ‎werden. Damit können die Braumeister um Leonhard Resch jährlich in ‎etwa  500.000 Maß Bier brauen. Resch zeigte sich begeistert von der ‎neuen Umweltinitiative: „Bier gilt seit eh und je als reinstes Nah-‎rungsmittel. Wir verwenden ausschließlich natürliche und regionale ‎Zutaten. Mit der neuen Energiezentrale erzeugen wir sogar Strom und ‎Wärme für unseren Braubetrieb direkt vor Ort. Unser Reinheitsgebot ‎‎2.0!“‎

‎„Eine derartige Kooperation ermöglicht es Unternehmen, die Eigenerzeugung in Angriff zu nehmen“, sagt Andreas Krüger, ‎Fachbereichsleiter Erzeugung und energienahe Dienstleistungen der ‎REWAG. In der Regel übernehme die REWAG dabei die komplette ‎Betriebsführung der Energiezentrale – der Kunde bezahle einen ‎Festpreis für Strom und Wärme. „Die Betriebsführung ist unsere ‎besondere Stärke. Unsere Betriebsmannschaft ist im Ernstfall ‎selbstverständlich auch am Wochenende einsatzbereit.“ ‎
Hoch effiziente Kraft-Wärme-Kopplungssysteme werden zunehmend ‎wichtiger im Rahmen von Stadtteilentwicklungen. Private wie ‎gewerbliche Immobilienbesitzer hätten die Vorteile der Fernwärme ‎längst erkannt, sagt Krüger. „Sie ist umweltfreundlich, komfortabel ‎und preiswert. Es gibt keine Anschaffungs- und Wartungskosten, die ‎Bevorratung von Brennstoffen entfällt ebenso wie die Verantwortung ‎für die Sauberkeit der Heizanlagen.“ Die Strom- und ‎Wärmeerzeugung wird komplett ausgelagert. Dafür profitieren alle ‎angeschlossenen Kunden vom großen, dezentralen Energiehaus.‎

Innovatives Energiekonzept für die Brauerei Bischofshof und den ‎Inneren Westen: Fernwärmeversorgung mit BHKWs-‎ ‎und ‎‎Dampfkesselanlage.

Das künftige „REWAG und Bischofshof Energiehaus“ befindet sich auf ‎dem westlichen Teil des Geländes der ‎Brauerei. Es besteht aus drei ‎BHKWs, die mit regional erzeugtem Bioerdgas betrieben werden. ‎Durch diese regionale Konstellation wird nicht nur vergleichsweise ‎weniger Erdgas eingesetzt, sondern auch CO2 eingespart. ‎

Die ‎unterschiedliche Nutzungsstruktur zwischen Brauerei und ‎Wohngebiet  ermöglicht ‎‎Synergieeffekte, die eine effiziente ‎Wärmeerzeugung gewährleisten.‎ Die Wärmeversorgung für das ‎Fernwärmenetz besteht aus zwei Erdgaskesseln mit jeweils 4 ‎Megawatt (MW) Leistung und drei mit Bioerdgas betriebenen BHKWs ‎mit einer elektrischen Leistung von jeweils 260 Kilowatt (kW). Der ‎Strom der BHKWs wird in das öffentliche Netz eingespeist. Das neue ‎Energiekonzept für die Brauerei besteht aus einem äußerst effizienten ‎Dampfkessel zur Produktion von Wasserdampf für den Brauprozess. ‎Die Niedertemperaturabwärme, die aus den Abgaswärmetauschern ‎der Dampfkessel zurück gewonnen wird, wird in das Wärmenetz ‎eingespeist. Die Energiezentrale erzeugt insgesamt etwa ‎28,4 ‎Millionen kWh Wärme und circa 5,5 Millionen kWh Strom.‎ Dieses ‎Energiekonzept trägt zur regionalen Energiewende bei. Die REWAG ‎und Bischofshof stellen Energie und Wärme äußerst effizient, ‎ressourcen- und umweltschonend zur Verfügung. Hermann Goß ‎schwärmte vom Schulterschluss mit der REWAG und sprach von der ‎‎„Energie, die uns zu Freunden macht“. ‎