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Blick aus der Vogelperspektive: das Neubaugebiet Brandlberg – versorgt mit einem Nahwärmekonzept der REWAG.

Multitalent KWK

KWK – die drei Buchstaben stehen für Kraft-Wärme-Kopplung und damit für eine energieeffiziente, zukunftsfähige Energieversorgung. Als Brennstoff dient Erdgas oder Biogas.

Kraftwerke, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen, sind keine neue Erfindung. Das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung ist altbewährt. Aber im Kontext der Energiewende bekommt die Technik mit ihrem Gesamtwirkungsgrad von nahe 90 Prozent neuen Aufschwung. Insbesondere, wenn es um eine nachhaltige Wärmeversorgung geht, macht die Kraft-Wärme-Kopplung von sich reden. Als Brennstoff dient noch häufig Erdgas. Aber Biogas als regenerative Variante ist auf dem Vormarsch.

Unterirdische Vorkommen

Was wir heute als Erdgas kennen, sind Reste von tierischem und pflanzlichem Unterwasserleben, die sich auf dem Boden des Urmeeres abgelagert haben. Dort wurden sie von Erd- und Gesteinsschichten überlagert, sodass sich im Laufe von Jahrmillionen unter Sauerstoffabschluss organisches Material in gasförmigen Kohlenwasserstoff umwandeln konnte. Erdgasvorkommen finden sich in porösen Gesteinsformationen unter gasundurchlässigen Schichten. Gefördert wird das Gas aus Tiefen von einigen Tausend Metern.

Auch Biogas entsteht unter Luftabschluss. Ausgangsmaterial ist Biomasse, also vorwiegend Abfallprodukte aus der Land- oder Forstwirtschaft. Für den Vergärungsprozess sind Bakterien zuständig. Sie sorgen dafür, dass aus Biomasse Biogas entsteht, das zu 50 bis 60 Prozent aus brennbarem Methan besteht. Das eignet sich als Brennstoff für Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung. Es gilt als CO2-neutral, da es bei der Verbrennung nur soviel Kohlendioxid entsteht, wie die Pflanzen während ihres Wachstums aufgenommen haben.

Schadstoffarm in der Verbrennung

Zurück zum Erdgas. Jede zweite Wohnung in Deutschland wird derzeit noch mit Erdgas geheizt. Und das mit gutem Grund. Unter den fossilen Brennstoffen gilt Erdgas als die sauberste Energie. Bei der Verbrennung gelangt deutlich weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre als bei Kohle oder Erdöl. Schwefeldioxid, Staub oder Asche entstehen gar nicht. Ein weiterer Vorteil: Das Gas kommt über die Leitung, es entstehen keine Kosten für die Lagerhaltung. Die Erdgasheizung wurde im Lauf der Jahre immer weiter verfeinert. Heute kommen vielfach Brennwertkessel zum Einsatz, die die Wärme der Abgase zum Heizen nutzen. Dadurch erreicht man einen sehr hohen Wirkungsgrad. Viele Hausbesitzer sind zudem dazu übergegangen, ihre Erdgas-Heizung mit Solarthermie-Anlagen zu kombinieren. Dabei decken die Sonnenkollektoren auf dem Dach schon einen großen Teil der Energie, die für Heizung und Warmwasser benötigt wird. Da sich moderne Erdgas-Brenner bedarfsgenau steuern lassen, werden sie einfach entsprechend zugeschaltet. In Kombination mit einer guten Wärmedämmung sinkt der Heizenergiebedarf erheblich. Kochen kann man mit Erdgas auch.

Vielseitig einsetzbar

Areale wie der Brandlberg werden über
Nahwärmeleitungen versorgt. Eine
Heizzentrale erspart den Bewohnern
eigene Anlagen im Haus.

Im industriellen Bereich ist Erdgas ebenfalls noch stark vertreten. Auf die Stromversorgung entfällt rund ein Drittel des Verbrauchs. Eingesetzt wird der Brennstoff in Gas- und Dampfkraftwerken, die schwankenden Bedarf im Stromnetz kurzfristig auszugleichen können. Die modernsten Anlagen erreichen Wirkungsgrade von bis zu 60 Prozent. Einige der Blockheizkraftwerke (BHKW) der REWAG werden ebenfalls mit Erdgas betrieben. „Während die Abwärme in herkömmlichen Kraftwerken ungenutzt bleibt, nutzen unsere Blockheizkraftwerke nach das energieeffiziente Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung“, sagt Andreas Krüger, Fachbereichsleiter Erzeugung und energienahe Dienstleistung bei der REWAG. „Das verringert den Primärenergieverbrauch und verbessert die Wirtschaftlichkeit. Wo immer es möglich ist, betreiben wir die Anlagen mit Biogas. Zur Effizienz kommt dann noch die Nachhaltigkeit dazu, denn die Biomasse wächst ja nach und außerdem gehen die CO2-Emissionen gegen Null.“


Technik der REWAG

Die REWAG betreibt mittlerweile 28 KWK-Anlagen in ihrem Versorgungsgebiet. Ideale Einsatzgebiete für diese Technik sind gegeben, wenn vor Ort auch Bedarf für die Wärme besteht – wie bei der SGBStarkstrom-Gerätebau GmbH in Burgweinting. Gemeinsam mit dem Unternehmen hat die REWAG hier ein BHKW errichtet, das jährlich neun Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. 80 Prozent nutzt das Unternehmen, der Rest wird ins Netz der REWAG eingespeist. Ein anderes Beispiel ist das Wohngebiet am Brandlberg. „Das Konzept hat bayernweit Vorbildcharakter“, erläutert Andreas Krüger. „Wir nutzen das Blockheizkraftwerk auf dem Gelände der Walhalla Kalk. Es arbeitet mit Biogas, sodass wir rund 60 Prozent des Energiebedarfs für das Wohngebiet CO2-neutral abdecken. Die Walhalla Kalk nutzt die Wärme vorwiegend im Sommer für ihre Trocknungsanlage. Im Winter steht sie für das Wohngebiet zur Verfügung. Für die fehlenden 40 Prozent des Wärmebedarfs setzt das Energiekonzept auf das Erdgas.

Bei der Mobilität scheint sich Gas nicht durchzusetzen. Der Anteil der Erdgasfahrzeuge sinkt. Viele Nutzer denken eher über ein Elektrofahrzeug nach. Sicher ein guter Gedanke.

Kraft und Wärme

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) arbeitet ähnlich wie ein Verbrennungsmotor: Das Gas treibt einen Motor und damit einen Generator an, der Strom produziert. Die Abwärme wird vor Ort genutzt. So ergibt sich ein Gesamtwirkungsgrad von fast 90 Prozent. Die KWK gilt damit als optimale Ergänzung zu Windkraft und Sonnenenergie.

Brandlberg

Brandlberg: die größte Baustelle im Norden der Stadt. Hier entstehen bis 2020 rund 500 Wohneinheiten sowie über 50 öffentlich geförderte Wohnungen für Senioren. Innovativ ist das Konzept der Wärmeversorgung. Die übernimmt das BHKW auf dem Gelände der Walhalla Kalk, das mit Biogas betrieben wird. Für die Spitzenlast springt eine Erdgas-Heizzentrale ein.