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Wer es nicht eilig hat, über den Fluss zu kommen, nutzt eine der Donaufähren.

Vielfalt im Westen

Die Zeit der Ausflüge scheint fast vorbei. Aber auch im Herbst gibt es noch schöne Tage, die man auf dem Land verbringen könnte. Im Westen wartet der Jurasteig und vieles mehr. Der EARL bringt uns wieder hin.

Ausflügler, die Regensburg Richtung Westen verlassen, müssen irgendwann über die Donau. Manch einer macht extra einen Umweg, um eine der beiden Fähren zu nutzen – die vielleicht romantischste Gelegenheit, den Fluss zu überqueren. Wir nehmen die Fähre Prüfening, die auf eine lange Tradition zurückblickt, und fahren den EARL mit seinem lautlosen Elektroantrieb behutsam auf die Ladefläche. Als Alternative gäbe es noch die Gierseilfähre in Matting. Sie nutzt allein die Kraft des Flusses, um von einem Ufer zum anderen zu kommen. Auf ihr haben nur wenige Autos Platz. Meist nutzen Radler diese gemütliche Form, um über den Fluss zu setzen.

Auf Schusters Rappen

Wild und romantisch: Der Jura-Steig begeistert zu jeder Jahreszeit.

Den Jurasteig-Wanderweg kennen sicher die meisten, die gern auf Schusters Rappen unterwegs sind. Der mehr als 200 Kilometer lange, gut markierte Rundweg führt nicht allzu weit im Westen an der Stadt vorbei. Der Weg ist in 13 Etappen eingeteilt, die zwischen 15 und 20 Kilometer lang sind. Dazu gibt es 18 Schlaufen mit kleinen Extra-Zielen, die man anschließen oder für sich gehen kann. Wir nehmen uns ein Stück der rund 16 Kilometer langen Strecke von Eilsbrunn nach Pielenhofen vor.

Den EARL parken wir in der Nähe der Eilsbrunner Kirche und gehen zunächst Richtung Schönhofen. Dieser Abschnitt wird nicht zu unrecht Alpiner Steig genannt. Denn hier findet sich eine Felsenlandschaft, die man sonst nur aus den Alpen kennt. Entstanden sind diese Kalkformationen vor rund 195 Millionen Jahren, als unsere Gegend von einem flachen, warmen Meer bedeckt war, in dem Korallen und Schwämme wuchsen. Aus denen entstanden im Lauf der Jahrmillionen Riffkalke, über die uns der Weg nach oben führt. Im Frühjahr und Sommer gedeihen auf dem kargen Boden viele seltene Pflanzen. Aber auch im Spätherbst hat der Weg seinen ganz eigenen Reiz mit den Ausblicken, die sich vom Kamm aus bieten. Wanderfalken oder Eisvögel lassen sich in dieser Gegend aber zu jeder Jahreszeit beobachten. Wer Richtung Etterzhausen weitergeht, sollte den Abstecher zur Räuberhöhle nicht verpassen. Sie ist Lebensraum von Fledermäusen, darauf sollten Besucher unbedingt Rücksicht nehmen. Wir aber kehren beim Gipfelkreuz um und laufen zurück zum EARL. Wir wollen ja weiter nach Eichhofen im Labertal.

Hopfen und Malz

Das Bier, das in Eichhofen gebraut wird, ist in Regensburg bekannt und beliebt. Schwer zu finden ist die kleine Brauerei nicht. Die Straße führt direkt durch das Betriebsgelände, das sich seit drei Generationen in den Händen der Familie Schönharting befindet. Michel-Andreas Schönharting, selbst gelernter Braumeister, lenkt die Geschicke des Traditionsbetriebes seit 1993. Zwei bis drei Sude werden jeden Tag angesetzt, mit Hopfen und Malz aus der Region. Ein Sud ergibt 50 bis 70 Hektoliter. Verkauft wird das Bier in einem Umkreis von rund 40 Kilometern um den Brauereischornstein. Acht verschiedene Sorten Bier werden gebraut, darunter ein Pils, ein Lager und ein Dunkelbier.

„Wir setzen mehr auf Klasse als auf Masse“, sagt Michel-Andreas Schönharting. „Mitverantwortlich für den Geschmack ist das Wasser aus eigener Quelle sowie die guten Lagermöglichkeiten in unseren Kellern.“ Wer mehr über die Kunst des Bierbrauens erfahren will, meldet sich für eine Führung an. Unterhaltsamer ist das natürlich, wenn der hochherrschaftliche Kammerdiener Johann Gottlieb Grünkern von der Regensburger Stadtmaus durch die „Nacht des Bieres“ geleitet. Probieren darf man auch. Zum Abschluss gibt es ein Drei-Gänge-Menü im Brauereigasthof.

Der ist in jedem Fall einen Besuch wert, auch wenn man den zauberhaften Biergarten direkt am Ufer der Schwarzen Laber so spät im Jahr kaum nutzen kann. Die so geschmackvoll wie gemütlich eingerichteten Gasträume lassen keine Wünsche offen. So wenig wie die Küche, die mit stark regionalem Einschlag kocht, und sich dabei aber auch Ausflüge in fremde Länder leistet. Dass hauseigene Biere in mancher Sauce Verwendung finden, dürfte niemand überraschen. Für alle, die es lieber vegetarisch mögen, hat Küchenchef Felix Wagner selbstverständlich immer etwas Besonderes im Angebot. Kunstliebhaber sollten sich auf alle Fälle erkundigen, welche Ausstellung Daniela Schönharting gerade in der alten Mühle präsentiert, die auch zum Ensemble in Eichhofen gehört. Schon die Räume für sich sind sehenswert.

Schmackhaft und regional

Wir wollen noch wissen, wo die Produkte herkommen, die der Brauereigasthof verarbeitet. Weit ist der Weg nicht, denn der Oberpfälzer Jura ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel. Auf den kargen Trockenwiesen werden auch Rinder und Schafe gehalten, die mit dafür sorgen, dass dieses einmalige Landschaftsbild erhalten bleibt. Zum Glück haben sich Menschen gefunden, die die Weidetradition aufrechterhalten.

Unterstützt werden sie dabei vom Projekt Juradistl, einem Zusammenschluss der Landschaftspflegeverbände von Amberg-Sulzbach, Neumarkt i. d. OPf., Regensburg und Schwandorf. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die biologische Vielfalt der Region zu erhalten und wurden 2016 von der UN-Dekade-Jury ausgezeichnet“, sagt Thomas Schwarz von der Landimpuls GmbH, die das Projekt fachlich begleitet. Die Idee ist einfach. Eine derart naturschutzorientierte Weidewirtschaft aufrechtzuerhalten, geht umso eher, je leichter sich die Produkte vermarkten lassen. Und bei den Lämmern und Weideochsen, die auf den Wiesen des Oberpfälzer Jura aufwachsen, ist das tatsächlich kein Kunststück. Ihr Fleisch ist bei Feinschmeckern heiß begehrt.

Deshalb haben sich die Metzger und Gastronomen der Region mit den Landwirten zusammengetan und bieten die Spezialitäten aus dem Jura ihren Gästen an. Mittlerweile gehören auch die naturbelassenen Äpfel der Streuobstwiesen dazu, die zu hochwertigem Saft verarbeitet werden.

Um diese Jahreszeit leider schon geschlossen ist die Burg Wolfsegg. Ende des 13. Jahrhunderts erbaut, ist sie ein Highlight für Kinder und ein Muss für alle Geschichtsinteressierten. Einfach für kommendes Jahr vormerken und rechtzeitig den EARL buchen!

Infos zum E-Carsharing

EARL heißt das E-Carsharing-Projekt der Stadtwerke. Wie man die Fahrzeuge ausleiht und wo man sie abholen kann, steht unter www.heyearl.de

Infos zu den Ausflugszielen

Mehr über die Ausflugstipps oder die Wandermöglichkeiten im Westen von Regensburg erfahren Sie hier:

www.eichhofener.de
www.juradistl.de
www.jurasteig.de
www.burg-wolfsegg.de