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Regensburg, 21.04.2011

Erster Wald-Windpark Bayerns eröffnet - REWAG produziert Windenergie

"Der Waldwindpark Fasanerie ist Symbol für die Veränderung und die Zukunft", freute sich Hans Schaidinger, Regensburgs Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der REWAG, bei der offiziellen Einweihung des ersten Waldwindparks Bayerns. Die gelungene Zusammenarbeit aller Beteiligten, also den Bayerischen Staatsforsten (Grundstückseigentümer), der Firmengruppe Ostwind (Projektentwickler), der Firma Enercon (Windanlagen-Hersteller) und der REWAG (Investor und Eigentümer) hat zu einem optimalen Ergebnis für Region und Umwelt geführt. Gemeinsam haben die Verantwortlichen ihr Projekt mit einem symbolischen Knopfdruck besiegelt. Mit den fünf Windrädern sollen hier im Landkreis Hof jährlich bis zu 22,5 Millionen Kilowattstunden umweltfreundlicher Strom aus der Luft geerntet und ins örtliche Netz eingespeist werden. Eine Menge, die ausreichend ist für 7.500 Haushalte. Die Umwelt wird damit um jährlich 17.500 Tonnen Kohlendioxid (CO2) entlastet. 18 Millionen Euro hat die REWAG in das Projekt investiert.

 

"Ich begrüße die Investition in den Windpark Fasanerie, denn sie unterstreicht die seit Jahren erfolgte strategische Ausrichtung der REWAG weg vom fast reinen Energieverteiler hin zur dezentralen Energieerzeugung", so Schaidinger in seiner Rede. "Die REWAG will in die Region und in regenerative Energien und damit in die Zukunft investieren", betonte REWAG-Vorstandsvorsitzender Norbert Breidenbach. "Ich hoffe, dass weitere regenerative Energieerzeugungsanlagen entstehen werden und so gut wie hier in den Gemeinden Gattendorf und Regnitzlosau aufgenommen werden", wünschte sich Breidenbach.

 

(Mehr zum Projekt erfahren Sie auch im Videobeitrag auf unserer Umweltschutzseite.)

 

Bayerische Staatsforsten

Die Bayerischen Staatsforsten haben die Fläche in den Gemeinden Regnitzlosau und Gattendorf zur Verfügung gestellt. Gerade einmal ein Hektar Forstfläche war notwendig, die an anderer Stelle wieder mit Wald ausgeglichen wird. In seiner Festansprache stellte Staatsminister Helmut Brunner, Aufsichtsratsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten, den Windpark Fasanerie als ganz Leuchtturmprojekt für ganz Bayern heraus. "Mit dem Windpark haben alle Beteiligten ein klares und wichtiges Bekenntnis zur notwendigen Energiewende abgegeben - und zwar lange, bevor dies in aller Munde war." Besonders freute sich der Minister, dass einmal mehr die regionale Wertschöpfung und Kreislaufwirtschaft gestärkt werde.

Firmengruppe Ostwind

Mit der Kompetenz und Erfahrung aus 20 Jahren Projektentwicklung hat OSTWIND, ein Regensburger Familienunternehmen, den ersten bayerischen Wald-Windpark realisiert und schlüsselfertig an die REWAG übergeben. Für Gisela Wendling-Lenz und Ulrich Lenz, die OSTWIND-Unternehmensleitung, ist der Windpark Fasanerie ein Zukunftsmodell. "Ich danke allen, die daran mitgewirkt haben, dass aus Bayerns Wäldern nun auch grüner Strom fließt", betonte Gisela Wendling-Lenz in ihrem Grußwort.  Über das konkrete Projekt hinaus zeige die erfolgreiche Zusammenarbeit, wie die anstehenden Herausforderungen an eine klimafreundliche Energieversorgung aus regionalen und regenerativen Quellen gemeinsam zu meistern seien.

Gemeinden Regnitzlosau und Gattendorf im Landkreis Hof

"Im Landkreis Hof hat man vorausschauend schon frühzeitig der Windnutzung einen hohen Stellenwert eingeräumt"; betonte Bernd Hering, der Landrat des Landkreises Hof, in seinem Grußwort. " Bereits vor etwa 8 Jahren wurden die ersten Windparks genehmigt und in Betrieb genommen, so Hering weiter. Aktuell gibt es im Landkreis 28 Windkraftanlagen, noch in diesem Jahr sollen 16 weitere dazukommen. Der Windpark Fasanerie liegt nahe der Gemeinden Regnitzlosau und Gattendorf. Beide Gemeinden befürworten den Bau regenerativer Anlagen und profitieren davon. "Einige Städte und Gemeinden decken ihren Energiebedarf bereits heute vollständig aus erneuerbaren Energiequellen, andere sind bereits auf einem guten Wege dazu - so auch die Gemeinde Regnitzlosau", freute sich Regnitzlosaus Bürgermeister Hans-Jürgen Kropf. Stefan Müller, Bürgermeister der Gemeinde Gattendorf, wünscht sich Nachahmer. "Ich hoffe doch, dass auch andere Regierungsbezirke, vor allem auch die Oberbayern, unserem Beispiel folgen werden und der zukunftsorientierten Technologie nicht weiter Steine in den Weg legen."


Technisches zum Windpark

Türme

Fünf Türme der Typs Enercon E82; Höhe des Fundaments: 3,50 Meter, Durchmesser unter der Erde: 22,30 Meter, über der Erde 15,40 Meter, Höhe eines Turms: 138 Meter, Durchmesser: 13,26 Meter. Zwei Drittel jedes Turms besteht aus Beton (in Ringen direkt an der Baustelle zusammengesetzt), im oberen Drittel aus Stahl. Die Türme sind im Inneren mit Stahlseilen abgespannt, um sie stabil zu halten. Jeder Turm muss aus Gründen der Statik im Wind etwas schwanken können. Ein Betonturm ist mit rund einem halben Meter Schwankung nach rechts und links relativ steif.

Kopf

Die Rotornabe mit Alugondel wiegt inklusive Maschinenträger und Ringgenerator alleine 40,5 Tonnen. An dieser werden drei Rotorblätter angebracht, die seitlich drehbar sind. Diese Nabe ist eiförmig, eine Besonderheit der Firma Enercon. Damit erhöht sich die Ausbeute um 15 Prozent. Der Rotordurchmesser beträgt 82 Meter, jedes Blatt wiegt 8 Tonnen. Die Enden sind leicht nach außen gebogen, ähnlich dem Prinzip, bei dem ein Seeadler eine spezielle Flügelhaltung einnimmt, um die Windströmung zu nutzen und so einfach und effizient an Höhe zu gewinnen. Zudem können die Rotorblätter um bis zu 90 Grad seitlich gedreht werden. Durch die spezielle Geometrie wird auch der innere Teil der Rotorkreisfläche für die Windausbeute genutzt, was die Effizienz steigert und die Anfälligkeit für Turbulenzen senkt. Ein weiterer Vorteil: die Blätter arbeiten leiser als herkömmliche. Auf der Spitze der Nabe ist zudem ein unscheinbarer Bügel angebracht, der einen Windsensor beinhaltet. Dieser wertet die aktuellen Winddaten aus und steuert so die Drehbewegungen der Gondel für eine optimale Windausbeute oder nimmt die Blätter bei Sturmgefahr aus dem Wind.

Generator

Im Inneren der Gondel ist ein Ringgenerator platziert, der durch das Rotieren der Blätter Wechselstrom mit 400 Volt erzeugt. Um den Strom in der erforderlichen Spannung von 20.000 Volt ins Netz einspeisen zu können, wird der Strom noch im Turm in Gleichstrom und dann über eine Wechselstromeinrichtung wieder auf Wechselstrom und die benötigte Spannung umgewandelt.

Allgemeines zur REWAG

Gegründet 1975/76, steht die REWAG seit rund 35 Jahren für komfortable und zuverlässige Energie- und Trinkwasserversorgung in und um Regensburg. Sie versorgt mit rund 400 Mitarbeitern ca. 200.000 Menschen mit Strom, Erdgas, Wärme und Trinkwasser. Neben der Nähe zum Kunden und der hohen Versorgungssicherheit stellen kundenorientierte Serviceleistungen für Haushalts-, Industrie- und Gewerbekunden den zentralen Erfolgsfaktor dar. Die REWAG investiert jährlich hohe Summen in ihre technischen Anlagen und Standards sowie in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter.

Allgemeines zu Ostwind

OSTWIND ist ein unabhängiges Familienunternehmen, das von Gisela Wendling-Lenz und Ulrich Lenz gleichberechtigt geleitet wird. Die in Regensburg, Straßburg und Prag ansässige Firmengruppe entwickelt, projektiert und errichtet Windparks. Bisher hat OSTWIND 60 Projekte mit insgesamt 412 Anlagen und einer Leistung von 573 MW geplant, gebaut und ans Netz gebracht. Außerdem wurden in Deutschland 11 Solarprojekte installiert.

Allgemeines zu den Bayerischen Staatsforsten

Kernaufgabe der Bayerischen Staatsforsten ist die vorbildliche Bewirtschaftung des Staatswaldes unter Beachtung der Grundsätze einer naturnahen Forstwirtschaft und unter Sicherung der Schutz- und Erholungsfunktion. Die Bayerischen Staatsforsten setzen dies nach dem Grundsatz der ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit um. Von der Zentrale des Unternehmens in Regensburg aus werden 41 regionale Forstbetriebe mit 370 Forstrevieren und mehreren überregionalen Einrichtungen geführt.

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