Aktuelles

Regensburg, 20.06.2008

Jahresabschluss und Energiepreise

Nicht nur die REWAG-Erdgaspreise, sondern auch die Strompreise bleiben bis Herbst stabil. Das Geschäftsjahr 2007 ist geprägt von rückläufigen Gewinnen.

"Wer eine Rundum-Jederzeit-Stromversorgung will, der muss dafür auch Geld in die Hand nehmen." REWAG-Vorstandsvorsitzender Norbert Breidenbach kritisierte anlässlich eines Pressegesprächs zum Jahresabschluss 2007 die Entscheidung der Bundesnetzagentur, die Netznutzungsentgelte für Strom zu kürzen. "Wir müssen nicht nur die langfristige Sicherung der Stromversorgung gewährleisten, sondern auch die laufenden Kosten tragen können." Die aktuellen und weitere geplante Kürzungen stünden in krassem Widerspruch zu den originären Aufgaben eines kommunalen Energieversorgers.

Trotzdem versprach der REWAG-Chef bis Herbst 2008 stabile Strompreise. Damit hält die REWAG diese Preise für Privatkunden seit August 2007 auf dem gleichen Stand. Auch der Gaspreis bleibt wie angekündigt in jedem Fall bis Herbst stabil. Übrigens: rund 40 Prozent der Stromrechnung besteht aus Steuern und Abgaben, bei Erdgas sind es rund 25 Prozent.

Eine Kilowattstunde rewario.strom.best kostet 14,74 Cent (brutto 17,54 Cent). Im Ranking der 22 größten Grundversorger in Bayern vom März 2008 ist die REWAG übrigens am günstigsten (3.000 kWh Verbrauch pro Jahr) beziehungsweise Platz 2 (1.500 kWh Verbrauch pro Jahr).

 

Jahresergebnis 2007

Die Absatzzahlen für die Sparte Erdgas ist geprägt von den Temperatureinflüssen. Vor allem von Januar bis März - also in der heizintensivsten Jahreszeit - war es wärmer als im Durchschnitt, so dass weniger geheizt wurde. Zudem greift der sparsame und bewusste Umgang mit Energie und der Wechsel auf energieeffiziente Anlagen immer mehr.

Bei Strom sank die Abgabemenge um rund 3,9 Prozent auf 1.310,49 Millionen Kilowattstunden (kWh). Rückläufig war auch die Entwicklung bei Erdgas mit 2.425,79 Millionen kWh (minus 2,0 Prozent) und bei der Sparte Trinkwasser mit 10,45 Millionen Kubikmeter (minus 0,8 Prozent). Allein die Sparte Wärmeversorgung erreichte wieder trotz wärmerer Witterung ein Absatzplus. Grund hierfür ist, dass weitere 15 neue Wärmepartner gewonnen werden konnten. Um 6,4 Prozent auf 72,54 Millionen kWh stiegen deshalb die Wärmelieferungen im Vergleich zum Vorjahr.

Der Jahresgewinn sank um 2,5 auf 16,2 Millionen Euro.

 

Regionaler Vorteil

Der Gewinn wird gemäß Gesellschafteranteil mit 64,52 Prozent indirekt über die Stadtwerke Regensburg an die Stadt Regensburg ausgeschüttet. 35,48 Prozent gehen gemäß ihres Anteils an die E.ON Bayern AG. Die Stadtwerke finanzieren mit ihren Gewinnanteilen unter Berücksichtigung des steuerlichen Querverbunds öffentliche Aufgaben - optimal, weil so für die Gewinnanteile weniger Steuern bezahlt werden müssen. Der Gewinn wird damit wieder in der Region für die Kunden eingesetzt. 2007 investierte die REWAG zudem fast 13 Millionen Euro (Vorjahr 11,3 Millionen) in der Region.

 

Ausblick

Die ersten Monate des Jahres waren geprägt von einem strengeren Winter. Die nach dem ersten Quartal vorliegenden Zahlen lassen deshalb für 2008 eine planmäßige Absatzentwicklung erwarten. Der Überschuss dürfte im laufenden Jahr wiederum unter dem Vorjahresergebnis liegen. Dieser Trend werde sich fortsetzen, glaubt Breidenbach: Eine Senkung der Netznutzungsentgelte beim Strom und nun auch bei Erdgas und die schwer prognostizierbare Preisentwicklung auf den Weltenergiemärkten - die auch auf die Handelspreise für den Strom- und Gaseinkauf wirken ‑ lasse weitere Gewinneinbußen für die kommenden Jahre bei tendenziell steigenden Preisen auf den Energiemärkten erwarten.

Mit weiteren Kostensenkungsprogrammen müsse die REWAG dieser Entwicklung gegensteuern. Eine zusätzliche Möglichkeit sieht Breidenbach in der Beteiligung an der Energieerzeugung - an dem Punkt, an dem eine größere Wertschöpfung möglich ist.

 

Vom Verteiler zum Erzeuger

"Die Stadtwerke und regionalen Versorger werden von der Politik durch die gesetzliche Netzregulierung deutlich benachteiligt, während die vier großen Stromerzeuger klar im Vorteil sind", so Breidenbach. Denn bei den Leitungsnetzen, bei denen die Nutzungsentgelte vom Regulierer vorgegeben werden, und im Vertrieb, der voll dem Wettbewerb unterliegt, seien die Margen momentan gering. Derzeit läge der Löwenanteil des Gewinns eindeutig in der Energieerzeugung. Ziel der REWAG muss es deshalb sein, an der Wertschöpfung auf der Erzeugerseite teilzunehmen.

Auf der Erdgasbeschaffungsseite hat sich die REWAG über ihre Beteiligung an der Bayerngas anteilige Fördermengen an Erdgasfeldern - die die Tochter "Bayerngas Norge" erworben hat - gesichert. Durch die Eigenerzeugung sinke die Abhängigkeit vom offenen Handelsmarkt und somit von den großen Erzeugern, so Breidenbach.

In der Trinkwasserversorgung hat die REWAG übrigens von der Erzeugung bis zum Verkauf an den Kunden alles in einer Hand. Ergebnis: Der Trinkwasserpreis der REWAG ist seit 12 Jahren stabil. 

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