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Regensburg, 16.02.2011

Regensburger Kulturstiftung der REWAG verleiht Kunstpreis an Leopold Hurt

"Kreativ, innovativ, anspruchsvoll." So beschreibt die Jury der Regensburger Kulturstiftung der REWAG die Kompositionen des Preisträgers Leopold Hurt. Bei einem feierlichen Festakt durfte der 31-jährige Komponist am Freitagabend den mit 10.000 Euro dotierten Kunstpreis entgegen nehmen. Im Wolfgang-Saal der Regensburger Domspatzen haben Oberbürgermeister Hans Schaidinger und REWAG-Vorstandsvorsitzender Norbert Breidenbach, für das Stiftungskuratorium, zusammen mit Dr. Klaus Schulz, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes, und Udo Klotz, für die Jury, den gebürtigen Regensburger gewürdigt.

22 Komponisten der Region hatten sich mit 120 Werken an der Ausschreibung zum Kunstpreis 2010 im Bereich der E-Musik beteiligt. Sinfonien, Klavierkonzerte, Oratorien, Opern und Kammermusikwerke höchster Qualität wurden eingereicht. Leopold Hurt konnte die Fachjury mit zwei Kompositionen überzeugen: "Seismographien" (2009), Messungen über Antoine Brumel kombiniert mit Bearbeitungen aus Brumels Messe "Et ecce terrae motus" für sechs Stimmen und 17 Streicher und mit "Erratischer Block" (2006) für Violine, Saxophon, Klavier, Schlagzeug, mikrotonale Altzither und Elektronik. Das Werk "Erratischer Block" wurde zum Abschluss des Festakts vom "Ensemble Intégrales" aus Hamburg unter der Leitung von Burkhard Friedrich aufgeführt.

 

Die Begründung der Jury

"Hurts Kompositionen sind im höchsten Maß innovativ. Er zeigt, dass er über ein ungemein großes kreatives und technisches Potential verfügt, seine Kompositionen bestechen durch unvergleichlich hohe Farbigkeit im Umgang mit den gewählten technischen Mitteln." Weiter heißt es in der Begründung: "Der enorme Schwierigkeitsgrad seiner Werke riskiert deren Realisierungen. Das Potential seiner Begabung ist künstlerisch auf höchstem Level zu platzieren."

Die fachkundige Jury bestand aus Prof. Dr. Wolfgang Horn, Lehrstuhl für Musikwissenschaft der Universität Regensburg, Prof. Dr. Dieter Torkewitz, Lehrstuhl für Musiktheorie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Nachfolge Diether de la Motte). Den Juryvorsitz hatte Studiendirektor Udo Klotz als Kuratoriumsvertreter der Regensburger Kulturstiftung der REWAG inne.

 

Anerkennungspreis der Kulturstiftung

Der 15-jährige Alexander Maria Wagner aus Traitsching/Opf. erhielt einen mit 500 Euro dotierten Anerkennungspreis der Regensburger Kulturstiftung der REWAG. Zum ersten Mal wurde diese Auszeichnung vergeben. Bereits 2009 hat der junge Komponist seine erste Sinfonie "Kraftwerk" vollendet. Mit seinem Werk beweist Alexander Maria Wagner kompositorische Kreativität und großes Talent, er verfügt über ein verblüffendes musikalisches Potential. Das Kuratorium der Kulturstiftung und die Jury beurteilen Alexander Wagner folgendermaßen: "Wir ermutigen durch die Verleihung des Anerkennungspreises dieses große Talent darin, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. In diesem frühen Alter eine solche Leistung vorzulegen, zu konzipieren und auszuarbeiten, berechtigt uns zu den größten Hoffnungen in dieses Talent."

 

Der Kunstpreis

Der Kunstpreis der Regensburger Kulturstiftung der REWAG ist der am höchsten dotierte Kunstpreis in Regensburg. Am Freitag wurde er zum zweiten Mal vergeben. Im Jahr 2008 haben mit Walburga Karl und Stefan Göler zwei bildende Künstler den Preis erhalten. Zukünftig sollen im Zwei-Jahres-Rhythmus weitere Kunstsparten folgen. REWAG-Vorstandsvorsitzender Norbert Breidenbach dazu: "Wir freuen uns, mit dem Kunstpreis auch weiterhin gezielt herausragende Künstler fördern zu können!"

"Die Kulturstiftung und die Stadt Regensburg zeigen mit der Vergabe des Kunstpreises ihr wichtiges Engagement zur Förderung neuer Kunst", betonte Laudator Oberbürgermeister Hans Schaidinger anlässlich der Preisverleihung. Dr. Klaus Schulz, Vorsitzender des Stiftungsvorstands, freute sich über die Möglichkeiten, die der Kunstpreis der Stadt und der Region bietet. "Mit dem Preisgeld haben Künstler für eine gewisse Schaffensperiode eine gesicherte materielle Grundlage und können unbeschwert kreativ arbeiten."

 

Zur Kulturstiftung

Um die Aktivitäten in der Kulturförderung voranzubringen, zusammen zu fassen und so erheblich wirksamer einzusetzen, hat die REWAG bereits 1997 die "Regensburger Kulturstiftung der REWAG" gegründet. Außerdem bietet die Stiftung die Möglichkeit, Projekte zu verwirklichen, die es ohne Zuschüsse gar nicht gegeben hätte. Seit 2008 vergibt sie im zweijährigen Turnus den Kunstpreis, jeweils ausgelobt für eine bestimmte Sparte.

 

Vita Leopold Hurt

Leopold Hurt, 1979 in Regensburg geboren, besuchte die Gymnasien Neutraubling und Regensburg (hier Leistungskurs Musik am Von-Müller-Gymnasium): Er erhielt seine weitere musikalische Ausbildung am Richard-Strauss-Konservatorium München, an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Hannover. Er lernte bei so renommierten Komponisten wie Peter Kiesewetter, Dieter Schnebel und an internationalen Instituten wie z.B. am IRCAM in Paris.

Der beeindruckende Werkkatalog des 31-Jährigen Leopold Hurt belegt auch die Zusammenarbeit mit führenden Formationen der Neue-Musik-Szene wie "Ensemble Modern" aus Frankfurt, oder "Ensemble Intégrales" aus Hamburg.

Wiederholt unternahm er auf Einladung des Goetheinstituts Konzertreisen nach China und in den Libanon. In Regensburg war Leopold Hurt mehrfach mit seiner Vertonung des ältesten bayerischen Gedichts aus St. Emmeram 'Muspilli' zu hören: Unter anderem in einem Werkstattbericht-Konzert des Historischen Vereins und des Stadtheimatpflegers Dr. Werner Chrobak. In den letzten Wochen erlebten verschiedene Werke von Leopold Hurt in Basel, Augsburg, Hamburg und München ihre Uraufführung.

 

Leopold Hurt: Preise/Stipendien (Auswahl)

Stuttgarter Kompositionspreis 2010

Gustav-Mahler-Kompositionspreis Klagenfurt 2008

Rauhe-Preis für neue Kammermusik 2008

Villa Concordia Bamberg (2009)

Cité des Arts Paris (2003/2004)

 

 

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