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Regensburg, 24.11.2010

Endspurt: REWAG produziert bald Strom im ersten bayerischen Wald-Windpark

"Diese Anlage ist wegweisend", freute sich REWAG-Vorstandsvorsitzender Norbert Breidenbach bei einer Besichtigung des Windparks Fasanerie im Landkreis Hof. "Es ist die erste in Bayern, die in ein Waldgebiet eingebaut wird." Bei dem Termin konnten sich alle Beteiligten davon überzeugen, dass das Projekt kurz vor der Vollendung steht. Peter Köppel vom Windanlagen-Hersteller Enercon führte Norbert Breidenbach, den Vorstandsvorsitzenden der Bayerischen Staatsforsten, Dr. Rudolf Freidhager, und Ulrich Lenz, Leiter der Firmengruppe OSTWIND durch den Windpark. 138 Meter ragen die fünf Türme in die Höhe, die Anlagen des Typs Enercon E82 sind bereits komplett fertiggestellt. Die 8 Tonnen schweren Rotorblätter mit einer Länge von jeweils 41 Metern werden schon bald den Wind einfangen und in Strom verwandeln. Gemeinsam bringen es die Turbinen auf eine Leistung von 10 Megawatt. "Ich denke, dass wir im Dezember beginnen, hier klimafreundlichen Strom zu produzieren", versicherte Ulrich Lenz.

Wagnis Wald

Die Baustelle war eine logistische Herausforderung, denn im Wald ist deutlich weniger Platz als auf dem freien Feld. "Das Schwierige war, die Baustelle mit den Kranumbauten zu koordinieren", erklärte Peter Köppel. "Die Kräne konnten nicht wie gewohnt von Standort zu Standort fahren. Sie mussten komplett auseinandergenommen und an der anderen Stelle wieder aufgebaut werden." Das kostete Zeit, dennoch lief alles nach Plan auf den Flächen der Bayerischen Staatsforsten in den Gemeinden Regnitzlosau und Gattendorf. Gerade einmal ein Hektar Forstfläche ist von dem Bau betroffen, die an anderer Stelle wieder mit Wald ausgeglichen wird.

Windstrom noch 2010

Noch im Dezember kann der erste Strom aus der Luft geerntet werden. 22,5 Millionen Kilowattstunden sollen es pro Jahr sein. Damit können rund 7.500 Haushalte mit regenerativ erzeugtem Strom versorgt werden. Sobald die letzten Arbeiten am Wald-Windpark fertig gestellt sind, wird ihn die REWAG von OSTWIND übernehmen. Mit Projekten wie dem Windpark Fasanerie setzt der Regensburger Energieversorger verstärkt auf die Eigenerzeugung von Energie. "Das ist für einen Stromversorger heute sehr wichtig", erklärte Norbert Breidenbach, "denn wir haben eine Wertschöpfungskette, die sich über die Erzeugung, über die Verteilung und letztendlich den Verkauf von elektrischer Energie zusammensetzt. Bisher sind Stadtwerke klassisch eigentlich nur primär bei den zwei Wertschöpfungsstufen des Transportes und des Vertriebs vertreten. Der Bereich der Erzeugung fehlt gänzlich oder ist stark unterentwickelt und den werden wir in den nächsten Jahren ausbauen." Aktuell investiert die REWAG über 18 Millionen Euro in das Projekt und entlastet die Umwelt damit um jährlich 17.500 Tonnen Kohlendioxid (CO2).

Wald-Windparks

Die moderne Technik ermöglicht eine wirtschaftliche Windenergie-Nutzung auch im Wald. Schall und Schattenwurf sowie sämtliche natur- und umweltrelevanten Fragen werden im Genehmigungsverfahren nach dem BundesImmissionsSchutzgesetz (BImSchG) überprüft. So ist gewährleistet, dass nicht nur Fauna und Flora, sondern die Umwelt insgesamt geschont werden. Im Umfeld einer Windkraftanlage bleibt der Wald vielfältiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie Erholungsgebiet für den Menschen. Zudem ergibt sich für private und öffentliche Waldbesitzer und Kommunen ein neues Wertschöpfungspotenzial. Für Dr. Rudolf Freidhager, den Vorstandsvorsitzenden der Bayerischen Staatsforsten, ist der Windpark Fasanerie ein ganz besonders gelungenes Projekt. "Er steht auf dem Grund und Boden der Bayerischen Staatsforsten, also des Freistaats Bayern. Er wurde projektiert von der Firma Ostwind mit Sitz in Regensburg und gekauft hat die Windanlagen die Firma REWAG ebenfalls aus Regensburg. Da schließt sich der Kreis, alles bleibt in der Region - wunderbar, besser könnte es nicht sein", freute sich Freidhager.

Funktionsweise von Windrädern

Moderne Windkraftanlagen nutzen das Auftriebsprinzip. Das heißt, der Wind erzeugt beim Vorbeiströmen an den Flügeln einen Auftrieb - ähnlich wie bei einem Flugzeug. Die dadurch in Bewegung gesetzten Rotorblätter treiben einen Generator an, der den Strom erzeugt. Sie richten sich automatisch so aus, dass jeweils die beste Ausbeute erzielt wird.

Allgemeines zur REWAG

Gegründet 1975/76, steht die REWAG seit über 30 Jahren für komfortable und zuverlässige Energie- und Trinkwasserversorgung in und um Regensburg. Sie versorgt mit rund 400 Mitarbeitern ca. 200.000 Menschen mit Strom, Erdgas, Wärme und Trinkwasser. Neben der Nähe zum Kunden und der hohen Versorgungssicherheit stellen kundenorientierte Serviceleistungen für Haushalts-, Industrie- und Gewerbekunden den zentralen Erfolgsfaktor dar. Die REWAG investiert jährlich hohe Millionen-Summen in ihre technischen Anlagen und Standards sowie in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter.

Allgemeines zu OSTWIND

Die in Regensburg, Straßburg und Prag ansässige OSTWIND-Gruppe entwickelt, projektiert und errichtet weltweit Windparks zur Nutzung erneuerbarer Energien. Bisher hat die Firmengruppe 58 Windparks mit insgesamt 406 Windenergieanlagen und einer Leistung von 561 MW geplant, gebaut und ans Netz gebracht. Daneben ist die Betriebsführung der Anlagen ein wichtiger Teil des OSTWIND- Angebots.

Technische Informationen zum Wald-Windpark Fasanerie

Türme

Höhe des Fundaments: 3,50 Meter, Durchmesser unter der Erde: 22,30 Meter, über der Erde 15,40 Meter
Höhe eines Turms: 138 Meter, Durchmesser: 13,26 Meter
Zwei Drittel jedes Turms besteht aus Beton (in Ringen direkt an der Baustelle zusammengesetzt), im oberen Drittel aus Stahl.
Die Türme sind im Inneren mit Stahlseilen abgespannt, um sie stabil zu halten. Jeder Turm muss aus Gründen der Statik im Wind etwas schwanken können. Ein Betonturm wie unserer ist mit rund einem halben Meter Schwankung nach rechts und links relativ steif.

Kopf

Die Rotornabe mit Alugondel wiegt inklusive Maschinenträger und Ringgenerator alleine 40,5 Tonnen. An dieser werden drei Rotorblätter angebracht, die seitlich drehbar sind.
Diese Nabe ist eiförmig, eine Besonderheit der Firma Enercon. Damit erhöht sich die Ausbeute um 15 Prozent.
Der Rotordurchmesser beträgt 82 Meter, jedes Blatt wiegt 8 Tonnen. Die Enden sind leicht nach außen gebogen, ähnlich dem Prinzip, bei dem ein Seeadler eine spezielle Flügelhaltung einnimmt, um die Windströmung zu nutzen und so einfach und effizient an Höhe zu gewinnen. Zudem können die Rotorblätter um bis zu 90 Grad seitlich gedreht werden. Durch die spezielle Geometrie wird auch der innere Teil der Rotorkreisfläche für die Windausbeute genutzt, was die Effizienz steigert und die Anfälligkeit für Turbulenzen senkt. Ein weiterer Vorteil: die Blätter arbeiten leiser als herkömmliche.
Auf der Spitze der Nabe ist zudem ein unscheinbarer Bügel angebracht, der einen Windsensor beinhaltet. Dieser wertet die aktuellen Winddaten aus und steuert so die Drehbewegungen der Gondel für eine optimale Windausbeute oder nimmt die Blätter bei Sturmgefahr aus dem Wind.

Generator

Im Inneren der Gondel ist ein Ringgenerator platziert, der durch das Rotieren der Blätter Wechselstrom mit 400 V erzeugt. Um den Strom in der erforderlichen Spannung von 20.000 Volt ins Netz einspeisen zu können, wird der Strom noch im Turm in Gleichstrom und dann über eine Wechselstromeinrichtung wieder auf Wechselstrom und die benötigte Spannung umgewandelt. Im Grunde funktioniert das Ganze wie bei einem Fahrrad-Dynamo.

von links: Dr. Rudolf Freidhager, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten; Norbert Breidenbach, REWAG-Vorstandsvorsitzender; Ulrich Lenz, Ostwind;

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