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Regensburg, 21.02.2008

Bio-Wärme der REWAG trocknet Kalkstein

Am Donnerstag, 21. Februar, nahmen Johann Spangler, Geschäftsführer von Walhalla Kalk, REWAG-Aufsichtsratsvorsitzender Oberbürgermeister Hans Schaidinger, REWAG-Vorstandsvorsitzender Norbert Breidenbach und Ferdinand Schmack, Geschäftsführer von Aufwind Schmack, eine besondere Symbiose der Energieversorgung in Betrieb. "Für den Standort Regensburg ist das Wärmecontracting-Modell eine tolle Sache", freute sich Oberbürgermeister Hans Schaidinger. Die REWAG produziert mit Biorohgas aus der Anlage von Aufwind Schmack in einem Blockheizkraftwerk, das ebenfalls auf dem Grundstück der Walhalla Kalk steht, umweltschonend Strom und Wärme. "Und Walhalla Kalk trocknet mit dieser Wärme günstig und umweltbewusst den ungebrannten Kalk", so Johann Spangler. "Diese Lösung ist ein Beitrag, uns am Standort Regensburg die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern."

 

Das Blockheizkraftwerk

Rund 5,25 Millionen Kilowattstunden umweltschonend erzeugten Strom speist die REWAG jährlich ins öffentliche Stromnetz ein. "Diese Menge Strom produziert das neue Blockheizkraftwerk (BHKW), das mit Biorohgas betrieben wird. Dafür hat die REWAG einen langfristigen Liefervertrag mit dem Betreiber Aufwind Schmack. "Damit kann man 1.500 Familien ein Jahr lang mit Strom versorgen", rechnet Norbert Breidenbach. "Und wir produzieren diesen Strom hier vor Ort." Außerdem werden etwa 3,4 Mio. kWh Wärme erzeugt. Rund eine Million Euro investierte die REWAG in das neue BHKW im Rahmen eines Wärmecontractings mit Walhalla Kalk. Die Einrichtung für das BHKW lag bei knapp zwei Monaten. Die bei der Strom­­erzeugung quasi nebenbei gewonnene Wärme wird nun direkt zum Trocknen in die Kalksteinmahlanlage des Kalkwerks befördert. Das Regensburger Traditionsunternehmen hat das ganze Jahr über einen relativ gleich bleibenden Wärmebedarf, entsprechend Platz und die notwendige Infrastruktur. Damit waren die besten Voraussetzungen für ein solches Contracting-Projekt gegeben, das für alle Beteiligten Vorteile bringt. Die REWAG kann sich auf eine langjährige Partnerschaft verlassen.

 

Walhalla Kalk

"Ab sofort brauchen wir weniger Primärenergie als bisher", so Johann Spangler. "Das spart Kosten und schont auch die Umwelt." Ein Aspekt, der vor allem auch dem Oberbürgermeister in Sachen CO2-Ausstoß und Vermeidung der Umweltbelastung für Regensburg gefällt. Schließlich geht es durch die Verwendung von Biogas um über 3.600 Tonnen CO2-Einsparung jährlich", so Schaidinger.

"Die Besonderheit des realisierten Öko-Energiekonzeptes ist die optimale Einbindung aller drei Komponenten (Biogasanlage, BHKW, Abwärmenutzung) in die Infrastruktur von Walhalla Kalk", betonte Spangler. Das spare eine zusätzliche Aufbereitungsstufe für Biorohgas zu Erdgasqualität und die kurzen Wege, insbesondere zur Abwärmenutzung, vermeiden Wärmeverluste und garantieren damit einen hohen Gesamtwirkungsgrad von 80 - 90 Prozent statt sonst üblicher 50 Prozent.

Walhalla Kalk ist eine Tochtergesellschaft von HeidelbergCement AG und seit über 130 Jahren ein verlässlicher Partner der Stadt als Gewerbesteuerzahler und Arbeitgeber. Kalkherstellung ist ein energieintensiver Prozess. Die Energieoptimierung und Nutzung neuester technischer Erkenntnisse ist daher eine ständige Aufgabe. Mit etwa 110 Mitarbeitern, einer Entwicklungsabteilung, in der richtungsweisende Patente entwickelt wurden, leistungsfähigen Produktionsanlagen und einem Qualitätssicherungs-Management-System nach DIN EN ISO 9001 gehört Walhalla Kalk zu den größten und modernsten Kalkwerken Süddeutschlands.

 

Biogasanlage

Die Regensburger Aufwind Schmack GmbH Neue Energien liefert als Betreiber der Biogasanlage Schwabelweis ab sofort Biorohgas zur Gewinnung von CO2-freien Strom und Wärme an den Energieversorger der Stadt Regensburg. Die Biogasanlage im Stadtosten erzeugt 330 Normkubikmeter Biorohgas pro Stunde, das sind 2,6 Mio.Nm3 pro Jahr. In der Anlage werden jährlich ca. 15.000 Tonnen Energiepflanzen vergoren, die im nahen Umkreis auf einer
Ackerfläche von 270 ha geerntet werden.

Die Anlage wurde vom Anlagenhersteller Schmack Biogas AG aus Schwandorf erreichtet. In zwei Fermentern vergären Substrate durch sich selbst regenerierende Bakterien, die Biorohgas mit einem Anteil von 52 % Methan erzeugen. Nach Verdichten des Gases wird das Biorohgas über eine Direktleitung in das lokale Blockheizkraftwerk der REWAG eingespeist und dort verwertet.

"Die Vergärung der Energiepflanzen selbst findet unter Luftabschluss statt, was zu keinen Geruchsbelästigungen bei der Fermentierung führt", so Ferdinand Schmack, Geschäftsführer der Aufwind Schmack GmbH. Vergoren werden pflanzliche Stoffe wie Grassilage, Kleegras, Hirse und Mais. In den Silos lagert das Pflanzenmaterial ebenfalls unter Luftabschluss, damit es nicht verdirbt. Ledigleich zur Entnahme und Anlieferung wird das Silo geöffnet. Der Gärrest hingegen ist, wie Kompost, völlig geruchsfrei und wird zur Schließung der Nährstoffkette als Dünger auf den Feldern ausgebracht.

 

REWAG-Wärmecontracting

Seit 2001 hat die REWAG ihre Sparte Wärmeversorgung deutlich ausgebaut. "Wir setzen entsprechend den Bedürfnissen unseres Vertragspartners optimierte Lösungen ein", so Vorstandsvorsitzender Norbert Breidenbach. "Dabei nutzen wir natürlich die neuesten Technologien und senken den Primärenergieeinsatz, was gleichzeitig auch die Umwelt entlastet, und die Kosten deutlich."

In der Heizzentrale Pommernstraße der Stadtbau GmbH verwendete die REWAG zum Beispiel deutschlandweit die erste Mikrogasturbine zur Wärmeversorgung eines Wohngebietes. Das ist eine weniger störanfällige und damit weniger wartungsintensive Technik der umweltschonenden Kraftwärmekopplung. Das Ergebnis: 11 Prozent weniger Energieeinsatz.

Für die denkmalgeschützten Pesthöfe setzte die REWAG ebenfalls eine passende Technik ein: Die Wasser/Wasser Wärmepumpe entzieht dem Grundwasser Wärme und nutzt die dadurch freigesetzte Energie für die Heizanlage.

Auch Hackschnitzelheizwerke wie in Regenstauf und im Langlaufzentrum Bodenmais und vor allem BHKWs baut die REWAG im Rahmen des Wärmecontractings.

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