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Montag, 16.06.2014 13:37

Forschung und Energieversorgung kooperieren

REWAG-Vorstandsvorsitzender Olaf Hermes und Prof. Dr. Michael Sterner ‎von der OTH Regensburg sehen Potenziale in dezentraler und bedarfsgerecht gesteuerter Erzeugung.‎

‎„Die Energieversorgung muss auch in Zukunft das Zieldreieck Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit erfüllen.“ Dieser Grundsatz ‎ist für den Vorstandsvorsitzenden der REWAG Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG (REWAG) Olaf Hermes maßgeblich. „Dabei gilt es, ‎die Chancen der Energiewende zu nutzen und die dezentrale Erzeugung intelligent zu vernetzen.“ Anlässlich einer Veranstaltung im Presseclub Regensburg ‎informierten Olaf Hermes und Professor Dr.-Ing. Michael Sterner von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) zum ‎Thema Energiewende. Die beiden Energieexperten waren sich einig, dass die ‎Energiewende umgesetzt werden muss und der Atomausstieg in Deutschland ‎technisch kein Problem ist.‎
Darüber hinaus ist die Energiewende auch eine lohnende Investition. „Windener‎gie, Photovoltaik und Wasserkraft sind die günstigste Stromerzeugung und wirtschaftlicher als neue konventionelle Kraftwerke“, so Prof. Dr. Michael Sterner. ‎‎„Wenn wir die eingesparten Brennstoffkosten der vermiedenen Energieimporte in ‎erneuerbare Energien und Infrastrukturen wie Netze und Speicher investieren, ‎können wir damit bis 2050 eine Rendite zwischen vier und sieben Prozent erzielen“, ist Prof. Dr. Sterner überzeugt. Die zahlreichen Ausnahmeregelungen für die ‎stromintensive Industrie und Umverteilungen seien mit die Hauptgründe für steigende Strompreise, nicht die erneuerbaren Energien selbst. ‎
Ziel müsse es sein, soviel Energie wie möglich vor Ort aus der Umwelt bereitzustellen. „Denn was lokal erzeugt wird, muss nicht transportiert oder gespeichert ‎werden.“ Stromspeicherung ist mit Energieverlusten und hohen Kosten verbunden ‎und deshalb für Michael Sterner nachrangig zur Flexibilisierung von Erzeugung ‎und Nachfrage. Kein Thema sei der Neubau von fossilen Großkraftwerken: Es ‎gebe keine Stromlücke, sondern eher eine Leitungslücke, weshalb der Netzausbau Priorität habe. Eine Herausforderung sei die Akzeptanz vor Ort. „Stadtwerke sind mit die entscheidenden Player in der Energiewende, da sie kommunal ‎verwurzelt sind, den direkten Draht zu den Bürgern haben und über das erforderliche Know-How verfügen“, resümiert Prof. Dr. Sterner.‎
Potenzial für die Region sieht Olaf Hermes darin, durch die Vernetzung vieler ‎kleiner Energieerzeugungsanlagen ein virtuelles Kraftwerk zu schaffen und damit ‎eine bedarfsgerechte und hochflexible Erzeugung im regionalen Umfeld – ohne ‎die Nutzung langer Übertragungswege – zu erreichen. Das aktuelle Vergütungssystem bietet derzeit den Anreiz, eine möglichst große Strommenge zu produzie‎ren und auch selbst zu nutzen. Das Vorhalten von Kraftwerkskapazitäten ist derzeit nicht ausreichend vergütet, so dass bei einem von der Bundesregierung angestrebten Anteil an regenerativer Erzeugung von 50 Prozent potenzielle Erzeugungsengpässe oder Schwankungen im Stromnetz für die Zukunft beachtet wer‎den sollen. Diese möglichen Engpässe können teilweise durch die Vernetzung ‎entsprechend dimensionierter, kleiner dezentraler Kraftwerke in Kombination mit ‎einem intelligenten Lastmanagement reduziert werden.‎

Es gehe also darum, bedarfsgerecht Energie zu erzeugen, die dann auch be‎zahlbar bleibt. Die steigenden Kosten für die Finanzierung der Energiewende ‎werden derzeit auf immer weniger Kunden umgelegt. Für den REWAG-‎Vorstandsvorsitzenden führt das zu Unmut in der Bevölkerung und einer steigen‎den Inakzeptanz der Energiewende. Hermes ist sich mit Professor Sterner einig ‎darüber, dass der große Nutzen der Energiewende dabei in den Hintergrund ‎rückt. Die beiden Energieexperten vereinbaren deshalb eine enge Kooperation ‎zwischen Forschung und Energieversorgung, die sich bis Ende 2014 konkretisieren wird.

Bildtext: REWAG-Vorstandsvorsitzender Olaf Hermes (links) und Prof. Dr. Michael Sterner von der OTH Regensburg planen eine enge Kooperation.