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Martin Gottschalk
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Dienstag, 17.06.2014 09:28

Keine Wassergewinnung in Aschach

Die REWAG Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG (REWAG) hat sich ‎entschlossen, die beiden Brunnen Aschach in der Gemeinde Lappersdorf nicht an die ‎Trinkwasserversorgung anzuschließen. Neue Untersuchungen haben ergeben, dass eine ‎Gefährdung des Trinkwassers durch Schadstoffe nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden ‎kann. Es ist deshalb selbstverständlich, dass die REWAG Wasser aus den beiden Brunnen bisher ‎nicht zur Trinkwasserversorgung verwendet hat und auch nie verwenden wird.‎
Seit 1993 lief in enger Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Regensburg als ‎Genehmigungsbehörde das Projekt „Brunnen Aschach“. Die beiden Brunnen wurden nach ‎Versuchsbohrungen 1996/97 gebaut und 2009/2010 mit der entsprechenden Pump- und ‎Steuerungstechnik versehen. Sie sollten langfristig eine weitere Stütze für eine sichere ‎Trinkwasserversorgung von rund 200.000 Menschen in Regensburg und den Nachbargemeinden ‎sein. Es war allen Beteiligten bekannt, dass sich in dieser Umgebung bis vor rund 60 Jahren ein ‎Munitionssprengplatz befand. Der frühere Sprengplatz mit Rückständen aus Sprengstoff-‎typischen Verbindungen ist circa zwei Kilometer von den Brunnen entfernt. Untersuchungen der ‎REWAG seit 1993 hatten im direkten Bereich der Brunnen keine besonderen Auffälligkeiten ‎bezüglich einer Gefährdung für die Trinkwasserförderung ergeben. Zwei Probeentnahmestellen, ‎die sich direkt bei der früheren Sprengstoffstelle befanden, zeigten geringe Rückstände auf. Man ‎war der Meinung, dass diese nicht in den Förderbereich der Brunnen gelangen können. Das ‎Landratsamt erteilte deshalb der REWAG eine Bewilligung zur Inbetriebnahme unter dem ‎Vorbehalt, dass das Gesundheitsamt als Fachabteilung des Landratsamtes ebenfalls zustimmt. ‎Das Gesundheitsamt willigte jedoch nicht in den Anschluss an das Trinkwasserversorgungsnetz ‎ein. Ein anschließender 14-tägiger Pumpversuch an den Brunnen ergab, dass keine relevanten ‎Stoffe aus dem Bereich der militärischen Altlasten nachgewiesen wurden, dass das geförderte ‎Trinkwasser der Trinkwasserverordnung entspricht und daher verwendet werden kann. Das ‎Gesundheitsamt verweigerte die Einspeisung weiterhin, da der Pumpversuch als nicht ‎ausreichend angesehen wurde. Die REWAG reichte deshalb Ende 2012 Klage gegen den ‎Freistaat Bayern beim Bayerischen Verwaltungsgericht Regensburg ein. Unter Einbeziehung des ‎Technologiezentrums Wasser in Karlsruhe wurde ein Monitoring-Konzept mit Online-Sensor zur ‎Überwachung der Werte und gegebenenfalls zur Abschaltung der Anlage diskutiert. Die REWAG ‎und das Gesundheitsamt halten diese Technologie derzeit für nicht ausgereift.‎
Aktuelle Testergebnisse und die aktuelle Bewertung der hydrogeologischen Untersuchungen ‎zeigen den Nachweis und die Verbreitungsmöglichkeit gesundheitsgefährdender Stoffe. ‎Gespräche des REWAG-Vorstandsvorsitzenden Olaf Hermes mit den Verantwortlichen des ‎Gesundheitsamtes und dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ‎ergaben, dass die Trinkwasserförderung aus Aschach auf Dauer nicht als ausreichend sicher ‎angesehen wird und das Monitoring-Konzept ebenfalls keine Alternative zum Schutz der ‎Trinkwasserqualität bietet.‎
Die REWAG hatte stets betont, dass eine sichere und qualitativ hochwertige ‎Trinkwasserversorgung an erster Stelle steht. Sie zieht aus den aktuellen Entwicklungen ‎Konsequenzen und in Abstimmung mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden, Herrn ‎Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, die im Jahre 2012 vor dem Verwaltungsgericht ‎Regensburg eingereichte Klage zurück.‎