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Martin Gottschalk
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Donnerstag, 13.11.2014 09:40

Regensburger Kulturstiftung der REWAG verleiht Tanz-Kunstpreis an Alexandra Karabelas

‎„Die multimedial aufbereitete Choreografie ist komplex und ‎intelligent inszeniert und ermöglicht durch ihre ‎Interdisziplinarität den Betrachtern viele Zugänge zur ‎Kunst.“ So begründet die Jury die Entscheidung für die ‎Regensburger Choreografin. Bei einem feierlichen Festakt ‎durfte Alexandra Karabelas am Mittwochabend, 12. ‎November, den mit 5.000 Euro dotierten Kunstpreis der ‎Regensburger Kulturstiftung der REWAG entgegen ‎nehmen. Im historischen Reinigergebäude der REWAG ‎haben der Kuratoriumsvorsitzende, Oberbürgermeister ‎Joachim Wolbergs, sowie der stellvertretende ‎Kuratoriumsvorsitzende und Vorstandsvorsitzende der ‎REWAG, Olaf Hermes, zusammen mit Susanne ‎Wiedamann, Laudatorin und Mitglied der Jury, Alexandra ‎Karabelas gewürdigt. Gemeinsam mit Stiftungsvorstand Dr. ‎Klaus Schulz, übergaben sie anschließend offiziell den ‎Kunstpreis. Fünf Choreografen und Choreografenkollektive ‎aus der Region hatten sich an der Ausschreibung zum ‎Kunstpreis 2014 beteiligt und für die Endausscheidung ‎qualifiziert. Am Freitag, 7. November, haben die Beteiligten ‎ihre Choreografien im Rahmen der Regensburger Tanztage ‎im Theater der Universität Regensburg präsentiert. ‎Alexandra Karabelas konnte die Jury mit ihrem Werk ‎‎„Hungry Butterflies 4“ überzeugen. ‎

Die Begründung der Jury
‎„Die dargebotenen Produktionen waren sehr ‎unterschiedlich und sorgten bei den Jurymitgliedern für ‎kontroverse Diskussionen. Nach langem Ringen hat sich ‎die Jury für eine Choreografie entschieden, die – wie viele ‎Produktionen aus dem Finale das Beziehungsthema ‎aufgreift – aber sich durch die sehr eigenständige Weise ‎unterscheidet. Die multimedial aufbereitete Choreografie ist ‎komplex und intelligent inszeniert und ermöglicht durch ihre ‎Interdisziplinarität den Betrachtern viele Zugänge zur Kunst. ‎Die Herangehensweise ist mutig, da sie den Tanz in ‎aktuelle, gesellschaftspolitische Kontexte stellt.“‎
Die fachkundige und überregionale Jury bestand aus Anke ‎Hellmann, Dozentin für Tanzgeschichte und –theorie, Jury-‎Mitglied beim Bayerischen Landesverband für ‎Zeitgenössischen Tanz und beim Förderpreis Tanz der ‎Landeshauptstadt München; Anna Beke, diplomierte ‎Bühnentänzerin und Choreographin; Susanne Wiedamann, ‎Journalistin; sowie Thomas Reher, Dramaturg, Regisseur, ‎Tänzer und Jurymitglied im Bayerischen Landesverband für ‎Zeitgenössischen Tanz. ‎

Der Kunstpreis
Der Kunstpreis der Regensburger Kulturstiftung der ‎REWAG ist mittlerweile eine feste Größe in der ‎Regensburger Kulturszene. Oberbürgermeister Joachim ‎Wolbergs dazu: „Mit dem Kunstpreis können wir ganz ‎gezielt herausragende Künstler fördern. Das ist wirklich ‎eine tolle Sache!“ REWAG-Vorstandsvorsitzender Olaf ‎Hermes ergänzt: „In diesem Jahr haben wir eine Sparte ‎gewählt, die in der Öffentlichkeit bisher nicht so viel ‎Aufmerksamkeit bekommen hat. Ich finde es schön, dass ‎wir den Choreographen und Tänzern so zu ein wenig mehr ‎Anerkennung verhelfen können.“‎
Der Kunstpreis wird seit 2008 alle zwei Jahre ausgelobt, ‎bisher in den Sparten Bildende Kunst, Musik und Literatur.‎

Die Regensburger Kulturstiftung der REWAG
Die Kulturstiftung wurde im Dezember 1997 mit einem ‎Stiftungsvermögen von damals 1 Million Mark gegründet. ‎Aufgestockt aus dem Pater-Emmeram-Nachlass um eine ‎weitere Million und mit einem Zuschuss der Sparkasse ‎versehen sowie dank eigener Rücklagen beläuft sich das ‎Grundstockvermögen zurzeit auf rund 1,16 Millionen Euro. ‎Insgesamt wurden bisher 530.000 Euro an Fördergeldern ‎für unterschiedliche Bereiche der regionalen Kultur ‎ausgezahlt. Die Erträge fließen in Kunstausstellungen, ‎Veranstaltungen und verschiedene kulturelle Projekte.‎

Die Preisträgerin des Kunstpreises 2014‎
Alexandra Karabelas studierte Neuere Deutsche Literatur, ‎Politikwissenschaft und Philosophie an den Universitäten in ‎Tübingen und Genf mit Magisterabschluss und absolvierte ‎zudem die tanzwissenschaftlichen Diplom- und ‎Masterstudiengänge („Tanzkulturen“) an der Universität ‎Bern. Von 2000 bis 2004 war sie als leitende ‎Pressereferentin und Dramaturgin beim Stuttgarter Ballett ‎tätig. Seit 2005 lebt sie in Regensburg und kreiert seitdem ‎eigene Choreografien und Dramaturgien. 2009 gründete sie ‎ihr Label „Tanz_Denken“ (www.tanz-denken.de), unter dem ‎sie Choreografien, Dramaturgien, Texte und Projekte im ‎Bereich des Zeitgenössischen und Klassischen Tanzes ‎sowie der Bildenden Kunst realisiert. Seit 2013 ist sie ‎künstlerische Leiterin von „Schleudertraum: Festival für ‎aktuellen Tanz“ und Initiatorin des Symposiums „2BC // ‎Bayerische Biennale Choreografie“. An der LMU München ‎erfüllt sie im Fachbereich Tanzwissenschaft der ‎Theaterwissenschaft an der LMU-München einen ‎Lehrauftrag. Choreografische Verfahrensweisen ‎unterrichtet sie außerdem im Rahmen des Projektes ‎‎"Zeitung in der Schule" des Bayernwerks. Gefördert von der ‎Stadt Regensburg, kreiert sie aktuell für die Europäische ‎Kulturhauptstadt Pilsen 2015 mit tschechischen und ‎deutschen Tänzern das Performanceprojekt "Zoes Bios ‎Box 2. Episodes About Who We Are".‎

Die Choreographie
HUNGRY BUTTERFLIES 4‎
Alexandra Karabelas: „Das Stück bildet den Epilog meiner ‎‎2011 begonnenen Duett-Serie über das Paar. Waren die ‎ersten Stücke kammerspielartige Versuchsanordnungen ‎über die Frage, wie die Tiefen im Zwischenmenschlichen ‎über den Dialog von Körpergesten auszuloten sind, ‎beschäftigen mich aktuell die Kriege in der Welt. HUNGRY ‎BUTTERFLIES 4 ist ein theatraler Reigen von ‎traumähnlichen Bildern geworden, zu denen das, was mich ‎beschäftigt, geronnen ist: Verstörung, Druck, Gewalt, ‎Heimatlosigkeit und das Potenzial des Tanzes.“

 

 

V.l.n.r.: REWAG-Vorstandsvorsitzender Olaf Hermes, stv. ‎Kuratoriumsvorsitzender, Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, ‎Kuratoriumsvorsitzender, Alexandra Karabelas, Preisträgerin, Peter ‎Wolfrum, REWAG-Vorstandsmitglied, und Dr. Klaus Schulz, ‎Stiftungsvorsitzender, bei der Preisverleihung im Reinigergebäude ‎der REWAG.

Ergänzende Informationen:‎

Kuratorium und Vorstand der Stiftung
Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, Kuratoriumsvorsitzender
Olaf Hermes, Vorstandsvorsitzender der REWAG und stv. Kuratoriumsvorsitzender
Peter Wolfrum, REWAG-Vorstandsmitglied 
Landrätin Tanja Schweiger bzw. i.V. Dr. Thomas Feuerer 
Ludwig Bäuml, 1. Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler Niederbayern/‎
Oberpfalz
Studiendirektor a.D. Udo Gerhard Klotz, Kulturbeirat 
Dr. Klaus Schulz, Stadtrat a.D.; Stiftungsvorsitzender
Marcus Spangenberg, Kunsthistoriker und Journalist; weiteres Vorstandsmitglied der ‎Stiftung


Die eingereichten Choreografien

Choreografin Thea Sosani (Obertraubling)‎
NUMB – ERSTARRT
Drei Frauen, ein Mann - alle in Beziehung zueinander. Das ist das thematische ‎Grundgerüst, auf dem die Tanzperformance aufbaut. Geschildert werden die ‎Liebesbeziehungen aller Frauen zu ein und demselben Mann. Drei ‎Beziehungsgeschichten, die am Ende ein Beziehungsgeflecht ergeben. Emotionen ‎werden tänzerisch so bildhaft dargestellt, dass man als Zuschauer regelrecht mitleidet, ‎und zum Ende gleichermaßen bedauert, dass das Stück wohl auch keine Antwort geben ‎kann auf die großen Fragen der Liebe.‎

Die Choreografin und Regisseurin Thea Sosani ist stets bemüht, die Persönlichkeit ihre ‎Tänzerinnen und Tänzer zu erkennen, und diese im und durch den Tanz ‎herauszuarbeiten. In der intensiven gemeinsamen Arbeit entsteht eine ganz persönliche ‎Bewegungssprache. In den Stücken des Sosani Tanztheaters geht es vor allem darum, ‎die tieferliegenden Geheimnisse des Tanzes zu erleben. Tanz steht nicht für sich allein, ‎sondern erhält erst durch die Verbindung mit Gefühlen und Phantasien ihre Bedeutung.‎


Choreografenkollektiv Elisabeth Herrmann und Ute Steinberger (Regensburg)‎
FLUSSBEZÜGE

‎„Flussbezüge“ ist eine choreografische Arbeit, die sich mit verschiedenen Ebenen zum ‎Thema Fluss auseinandersetzt. Die Donau dient dabei als Leitmotiv. In Interviews wurden ‎Menschen in Regensburg nach ihrem Bezug zur Donau befragt und ihre Antworten als ‎eine Ebene der künstlerischen Auseinandersetzung benutzt. Eine weitere ist das ‎Gewässer selbst mit seinem Ursprung und seinem geografischen Verlauf. Das ‎unkontrollierte Wesen des Wassers und die Eingrenzung durch den Menschen ist die ‎dritte Ebene, die tänzerisch verarbeitet wurde. Wie der „Fluss“ selbst stehen im ‎Tanzstück diese Phänomene im direkten Zusammenhang mit dem Menschen. ‎
Die Choreografie ist ein Kurzstück mit einer Länge von 20 Minuten und ist Teil einer ‎Gesamtproduktion zum Thema „Flussbezüge“. ‎

Elisabeth Herrmann (TanzForum) Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin. ‎Tanzausbildung an der renommierten Folkwanghochschule in Essen. Erfahrene ‎Übungsleiterin für klassischen und zeitgenössischen Tanz. Sie dient in Regensburg seit ‎‎1986 als energievoller Motor eines subtilen und einfallsreichen Tanztheaters mit ‎zahlreichen Aufführungen. Ute Steinberger (Tanzstelle R) absolvierte eine klassische ‎Ballett- und Jazztanzausbildung in Berlin und leitete 7 Jahre ein erfolgreiches ‎Tanzensemble. Sie choreographierte und tanzte für Film, Theater, Fernsehen und viele ‎namhafte Veranstaltungen u.a. lange Jahre in Berlin, Deutschland- und weltweit.‎


Choreografenkollektiv Nylea Mata Castilla und Eva Eger (Regensburg)‎
LEAVING TRASLOOTH 1-42‎

Der Mensch zeigt außergewöhnliche Qualitäten: Er kann im Träumen fliegen und das ‎Fliegen fühlen, während er die Füße auf dem Boden hat. Dies sind Mechanismen, die ‎sich sozusagen im Menschen an- und ausschalten, so wie die Bilder, die auf der Bühne ‎geschaffen werden, Bilder von dem einen Moment, in dem der Mensch alles loslässt und ‎sich fragt, wo er ist. Im Grunde gibt es im Moment des Springens kein Spielfeld mehr, auf ‎dem es einen Beobachter überhaupt geben kann, für den diese Illusionen einen Sinn ‎ergeben können. ‎

Nylea Mata Castilla ist Tänzerin und Choreografin, jetzt unter anderem tätig als Dozentin ‎an der TAHK Regensburg. Sie wurde ausgebildet im Real Conservatorio de Danza ‎Madrid und genoss eine Musikausbildung im Conservatorio de Portugalete (Baskenland); ‎‎1999 und 2000 war sie Stipendiatin von Gobierno Vasco de Bizkaia für Tanz und ‎Choreographie. Eva Eger ist Diplom- Pädagogin und wurde im Tanzstudio Krippner zur ‎Choreografin, Tänzerin und Tanzpädagogin ausgebildet. Aktuell leitet sie die ‎Tanzakademie Helene Krippner.‎


Choreographenkollektiv Claudia Kellnberger und Erik Grun ‎‎(Wolfsegg/Regensburg)‎
IN YOUR HEAD

Erinnerungen löschen…‎
kannst du das?‎
Einblick in zwei Köpfe.‎
Ein Blick in zwei Köpfe.‎
Ein Augenblick.‎
Sich tief in die Augen blicken…‎
Die Augen nicht voneinander lassen können,‎
den Kopf verdrehen,‎
auf dem Kopf stehen
im Kopf herumschwirren
den Kopf verlieren
nicht mehr aus dem Kopf gehen
Kopfkino.‎

Claudia Kellnberger besuchte die Palucca-Schule in Dresden. Sie inszenierte einige ‎Filmsequenzen und entdeckte da ihre Leidenschaft für modernen Tanz. „In your head“ ist ‎ihre erste choreographische Arbeit für ein Tanzfestival. Das Bühnenbild und die Idee zum ‎Stück stammen von Erik Grun.‎