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Immer wieder ein lohnendes Ziel: die Walhalla hoch über dem Donautal.

Auf leisen Reifen

Sommerzeit ist Ausflugszeit. Wer das Donautal erkunden will, kann das Fahrrad aus dem Keller holen oder ein Schiff besteigen. Oder man leiht sich den EARL. Der ist mit 100 Prozent Ökostrom unterwegs.

Wir starten an der TechBase. Das ist einer von zwei Standorten für das E-Carsharing-Projekt der Stadtwerke, das aus dem Energienutzungsplan der Stadt Regensburg hervorgegangen ist. Geöffnet wird der EARL mit der App (siehe unten), Ladekabel abziehen, im Kofferraum verstauen und los geht‘s Richtung Walhalla, eines der bekanntesten Ausflugsziele östlich der Stadt. Und beliebt ist es auch. Liegt es an den „Walhalla-Genossen“– dieser Zusammenstellung von Büsten namhafter Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kunst, die früher der König ausgewählt hat und die heute der bayerische Ministerrat vorschlägt? Oder liegt es eher an den imposanten Treppenstufen und dem weiten Blick über die Stadt und das Donautal, dass so viele Besucher hierher gelockt werden? An schönen Tagen ist jedenfalls kaum ein Platz zu finden. Und wer den Sonnenuntergang erleben will, kann gar nicht früh genug dran sein. Was aber vielleicht nicht alle wissen: Das klassizistische Gebäude, das so malerisch über der Donau thront, feiert in diesem Jahr Jubiläum. Entworfen von Leo von Klenze, dem Lieblingsarchitekten des Bayernkönigs Ludwig I., wurde die Walhalla nach einer Bauzeit von zwölf Jahren am 18. Oktober 1842 offiziell eröffnet. Das ist nun 175 Jahre her und soll im Herbst mit einem prachtvollen Feuerwerk (siehe unten) und dazu passender Musik gebührend gefeiert werden. „Die Idee hatte schon König Ludwig I.“, so Klemens Unger, Kulturreferent der Stadt Regensburg, der die Veranstaltung koordiniert. „Als die Walhalla eröffnet wurde ließ er sie abends in weißen und roten Farben illuminieren.“

Wildschweine und Schmetterlinge

Von der Walhalla geht es mit dem EARL lautlos weiter Richtung Fürstlicher Thiergarten. Der Wald, ursprünglich konzipiert als Jagdrevier für die Fürsten von Thurn und Taxis, erfreut sich bei Naturfreunden großer Beliebtheit. Dass man in dem rund 2.800 Hektar großen Areal einem Wildschwein über den Weg läuft, ist nichts Besonderes. Auch Rehe und Hirsche lassen sich beobachten. Etwas genauer kucken muss man, will man Biber und Fischotter sehen. Schmetterlinge, Molche und Unken lassen sich hier ebenfalls gut beobachten. Mit dem EARL nehmen wir die Straße Richtung Bach an der Donau, da kommt man direkt am Historischen Schmucksteinbergwerk Kittenrein vorbei.

Feldspat, Quarz und Glimmer

Im Bergwerk ist es kühl, feucht und manchmal windig, aber der Ausflug unter die Erde lohnt sich, wenn man etwas Warmes zum Überziehen hat. Zu empfehlen ist auch eine Regenjacke zum Schutz gegen die Wassertropfen, die immer wieder mal von der Decke fallen. Nach einer kurzen Einführung bekommt jeder Besucher noch einen Helm, ehe es in den alten Stollen geht. Die Führung übernimmt Kerstin Stürzer. Ihre Begeisterung für den Bergbau ist ansteckend. Vorbei an alten Gerätschaften, mit denen Sprenglöcher gebohrt oder der Abraum beseitigt wurde. „Die Geschichte des Bergwerks reicht zurück bis ins Jahr 1496“, erläutert Kerstin Stürzer. „Jörg Vallderer hatte von Herzog Albrecht IV. das Recht erhalten, hier nach silberhaltigen Erzen zu schürfen.“ Gefunden hat er das wertvolle Metall nicht. Ein weiterer Versuch 200 Jahre später blieb ebenso ergebnislos. Gefunden hat man „schönfärbige Steine“, die als „Smaragde von Donaustauf“ bekannt wurden. Erst 1895 begann man Flussspat abzubauen, der auch als Fluorit bekannt ist. Das Mineral spielt heute noch eine wichtige Rolle in der Glas- und Keramikindustrie sowie bei Herstellung von Stahl und Leichtmetallen. 1991 stellte Kittenrein den Abbau ein. Seit 1996 kann man das Bergwerk besichtigen.

Klar und sortenrein

Auf eine Tradition der anderen Art trifft man in Richtung Donau. Dort findet sich die kürzeste Weinstraße Deutschlands. Aber der Blick in die Geschichte zeigt, dass schon die Römer hier Wein angebaut haben. Vom 13. bis zum 16. Jahrhundert war der „Baierwein“ ganz groß. Die Zeiten, in denen die Wittelsbacher jährlich bis zu 40.000 Liter Wein von der Donau bezogen, sind zwar lange vorbei, doch ein paar Weinenthusiasten gibt es noch. Einer ist Dr. Dieter Strauch, emeritierter Professor der Uni Regensburg. Als Vorsitzender des Fördervereins BaierWeinMuseum ist er selbst oft in dem kleinen Weinberg zu finden. Rund 850 Weinstöcke betreuen er und seine Mitstreiter. „Neben Kerner, Silvaner und Elbling bauen wir hauptsächlich Müller-Thurgau an. Die Rebe ist sehr robust und relativ früh reif.“ Und sie hat Geschichte. Denn 1913 wurde die Kreuzung aus Riesling und Madleine Royal in Regensburg-Oberwinzer erstmals angebaut. Rund 1.000 Flaschen bringt der Weinberg im Jahr. „Nicht gerechnet der Federweiße, den wir im Herbst ausschenken.“ Der Weiße hat eine feine Nase und ist sortenrein ausgebaut. Kaufen kann man die Weine nicht, aber am Sonntag sind Besucher gern gesehen, um ein Gläschen zu probieren. Ein Weinlehrpfad rundet das Angebot ab. Helfer im Weinberg oder Förderer für den Verein sind willkommen.

Kaffee und Kuchen

Laut Anzeige hat der EARL noch gute 100 Kilometer Reichweite. Die REWAG-Ladesäule in Donaustauf müssen wir also nicht ansteuern. Aber gegen Kaffee und Kuchen ist nichts einzuwenden. Fragt sich, ob man erst noch den Blick von der Burgruine Donaustauf genießt, deren älteste Teile aus der Zeit um 1060 stammen und die 1634 von den Schweden gesprengt wurde, oder ob man gleich einkehrt. Eine Empfehlung wäre das historische Armenspital. Nicht nur wegen der hausgemachten Kuchen. Das Gebäude selbst lohnt den Besuch. Und das ist Familie Blüml zu verdanken. Das alte Spital an der Walhallastraße stand einige Jahre leer. Um es vor dem Abriss zu schützen, kaufte und sanierte die Familie das Haus – mit viel Eigenarbeit. „Uns war wichtig, die historische Bausubstanz zu erhalten und mit der Einrichtung den Charme des Gebäudes zu unterstreichen.“ Nach zwei Jahren Bauzeit kann man sich jetzt am Ergebnis erfreuen und natürlich am kulinarischen Angebot. Im sonnigen Biergarten schmeckt es noch mal besser.

Das Feuerwerk

175 Jahre Walhalla
Am 21. Oktober 2017 wird vor der Walhalla ein musikalisches Prachtfeuerwerk gezündet. Erleben kann man das sowohl zu Wasser wie zu Land. Es gibt Schiffe auf der Donau und der RVV wird einen Shuttle-Service einrichten, der Besucher vom Großparkplatz der Firma Hiendl zu den Uferwegen und zurück bringt. Die Veranstalter bitten dringend, nicht in der Umgebung zu parken. Buchungen für die Schiffe gibt es ab sofort bei den Personen-Schifffahrtsgesellschaften.

E-Carsharing

EARL heißt das E-Carsharing-Projekt der Stadtwerke. Wie man die Fahrzeuge ausleiht und wo man sie abholen kann, steht unter www.heyearl.de