Geschäftskunden

Aktuelles zur Energiepreisentwicklung
FAQs - Ihre häufigsten Fragen

Aktuell zeichnet sich der Energiemarkt durch hohe Preisschwankungen und einem stetigen Anstieg der Preise aus. Warum dies so ist, und was das zur Folge für Sie als REWAG-Kunde hat haben wir Ihnen in folgenden FAQs zusammengefasst:

Wie haben sich die einzelnen Gaspreisbestandteile in den letzten Jahren und Monaten entwickelt? (Stand: April 2022)

Am Gasmarkt ist nach vielen Jahren mit moderaten und zuletzt (2020) niedrigen Gaspreisen nun im Großhandel eine stark entgegengesetzte Entwicklung zu beobachten. Diese Entwicklung wirkt sich preissteigernd auf die Kosten für Beschaffung und Vertrieb aus und verschiebt die Anteile der Preisbestandteile für 2022 (Stand: April 2022) dramatisch:

  
 

Die Entwicklung der einzelnen Preisbestandteile im Detail:

Gasbeschaffung, Vertrieb und Service (Stand: April 2022)

Der Anteil an Beschaffung, Vertrieb und Service steigt von 41 % in 2021 auf 61 % in 2022.

Mit einer Preisspitze von fast 180 EUR/MWh im Dezember 2021 und rund 240 Euro/MWh im März 2022 ist im Spotmarkt, für die kurzfristige Beschaffung, temporär eine Verzehnfachung des Spotmarktpreises im Vergleich zu Anfang 2021 zu verzeichnen. Am Terminmarkt, für die langfristige Beschaffung, haben sich die Gaspreise mehr als verdoppelt. 2022 liegt der Beschaffungspreis für Erdgas im Schnitt für eine Megawattstunde bei 61,82 Euro (6,182 Ct/kWh).

Mehr Informationen zu den Gründen für den Preisanstieg finden Sie weiter unten unter "Warum steigen aktuell die Strom- und Gaspreise?".

Steuern, Abgaben und Umlagen

Alle Preisbestandteile im Überblick:

  • Die Konzessionsabgabe für Regensburg Stadt bleibt 2022 unverändert und liegt bei 0,33 Ct/kWh.
  • Die Energiesteuer bleibt 2022 unverändert und liegt bei 0,55 Ct/kWh.
  • Der CO2-Preis steigt 2022 auf 0,546 Ct/kWh (2021: 0,455 Ct/kWh). 

Im Rahmen der Sicherung der Erdgasversorgung wurden umfangreiche Gesetzespakete verabschiedet, die ab dem 01. Oktober 2022 Bestandteil des Erdgaspreises sind:

  • Die Erdgasbeschaffungsumlage beträgt 2,419 Ct/kWh
  • Die Erdgasspeicherumlage beträgt 0,059 Ct/kWh

Die Mehrwertsteuer beträgt weiterhin 19%. Sie wird auf den gesamten Erdgaspreis mit all seinen Bestandteilen erhoben.

Netzentgelte

Die Höhe der Netzentgelte ist abhängig von der tatsächlichen Entwicklung im jeweiligen Netzgebiet und variiert daher regional. Sie sind aber für alle Erdgasanbieter gleich und unterliegen einer gesetzlichen Regulierung. Der Anteil hat sich von 26 % in 2021 auf 14 % in 2022 verringert.
Absolut gesehen ist dieser Anteil aufgrund des CO2-Preises jedoch leicht gestiegen.

Netzentgelte in Regensburg im Überblick:
Netzentgelte teilen sich auf einen Arbeitspreis je durchgeleiteter Kilowattstunde und einen jährlichen Grundpreis auf: Die Netzentgelte pro kWh sind im Netz der REWAG um 0,11 Ct/kWh jedoch gesunken und betragen nun 1,17 Ct/kWh (2021: 1,29 Ct/kWh). Der Grundpreis bleibt 2022 unverändert und beträgt 36 EUR/Jahr.

Wie haben sich die Strompreisbestandteile in den letzten Jahren und Monaten entwickelt?

Nachdem seit Beginn der Liberalisierung des Strommarktes 1998 der Anteil der Steuern, Abgaben und Umlagen am Strompreis drastisch gestiegen und der Anteil der Kosten für Beschaffung, Netzentgelt und Vertrieb dagegen vergleichsweise geringfügig angestiegen ist, zeichnet sich für 2022 ein anderes Preisbild ab:


 

Die Entwicklung der einzelnen Preisbestandteile im Detail:

Strombeschaffung, Vertrieb und Service

Der Anteil an Beschaffung, Vertrieb und Service steigt von 25 % in 2021 auf 38 % in 2022.

Die seit 2021 massiv gestiegenen Preise an der Energiebörse wirken sich nun verstärkt auf diesen Preisbestandteil aus. 2022 kostet an der Strombörse für langfristige Beschaffung (Terminmarkt) eine Megawattstunde Strom im Schnitt 185,68 €/MWh (18,57 Ct/kWh). Das ist fast der vierfache Beschaffungspreis wie in normalen Zeiten. Für kurzfristige Beschaffungen (Spotmarkt) lag der Preis im März 2022 sogar bei 450 €/MWh (45 Ct/kWh). Dies entspricht etwa dem 10-fachen der Beschaffungspreise von vor einem Jahr. 

Mehr Informationen zu den Gründen für den Preisanstieg finden Sie unter "Warum steigen aktuell die Strom- und Gaspreise?".

Steuern, Abgaben und Umlagen

Der Anteil an Steuern, Abgaben und Umlagen ist 2022 erstmalig gesunken. Von 51 Prozent in 2021 auf 40 Prozent in 2022. Dies ist vor allem auf die gesunkene EEG-Umlage zurückzuführen. 

Alle Preisbestandteile im Überblick: 

  • Die Konzessionsabgabe für Regensburg bleibt unverändert und liegt bei 1,99 Ct/kWh.
  • Die Stromsteuer bleibt unverändert und liegt bei 2,05 Ct/kWh.
  • Die EEG-Umlage sinkt 2022 auf 3,723 Ct/kWh (2021: 6,500 Ct/kWh).
    Ab 01.07.2022 sinkt sie auf 0,00 Ct/kWh.
  • Die KWKG-Umlage steigt 2022 auf 0,378 Ct/kWh (2021: 0,254 Ct/kWh).
  • Die §19 StromNEV-Umlage steigt 2022 auf 0,437 Ct/kWh (2021: 0,432 Ct/kWh).
  • Die Offshore-Netzumlage steigt 2022 auf 0,419 Ct/kWh (2021: 0,395 Ct/kWh).
  • Die Abschalt-Umlage sinkt 2022 auf 0,003 Ct/kWh (2021: 0,009 Ct/kWh).
  • Die Mehrwertsteuer beträgt weiterhin 19%. Sie wird auf den gesamten Strompreis mit all seinen Bestandteilen erhoben.

Netzentgelte

Die Höhe der Netzentgelte ist abhängig von der tatsächlichen Entwicklung im jeweiligen Netzgebiet und variiert daher regional. Sie sind aber für alle Stromanbieter gleich und unterliegen einer gesetzlichen Regulierung. Mit der Energiewende steigen tendenziell die Anforderungen an die Netze und damit die Kosten für den Aus- und Umbau. Der Anteil hat sich von 25 Prozent in 2021 auf 22 Prozent in 2022 verringert.

Netzentgelte in Regensburg im Überblick: 

  • Netzentgelte teilen sich auf einen Arbeitspreis je durchgeleiteter Kilowattstunde und einen jährlichen Grundpreis auf: Die Netzentgelte pro kWh sind im Regensburger Netz um 0,14 Ct/kWh gestiegen und betragen nun 3,61 Ct/kWh (2021: 3,47 Ct/kWh). Der Grundpreis ist 2022 auf 48,50 Euro/Jahr gestiegen (2021: 31,45 Euro/Jahr).

Warum steigen aktuell die Strom- und Gaspreise?

Die Preise für Strom und Gas sind deutlich gestiegen. Die Gründe für den Preisanstieg an den Beschaffungsmärkten sind vielfältig:

  • Die konjunkturelle Erholung der Weltwirtschaft hat nach dem Corona-bedingten Einbruch 2020 zu einer unerwartet hohen Nachfrage nach Vorprodukten und Rohstoffen geführt. Während es vor Corona ein zeitlich versetztes Wirtschaftswachstum in den unterschiedlichen Weltregionen gab, wurde dieses durch die konjunkturelle Erholung durch Corona synchronisiert. Dies führt in allen Weltregionen gleichzeitig zu einer erhöhten Nachfrage nach Rohstoffen und lässt die Preise international steigen.
  • Witterungsbedingt gab es eine erhöhte Nachfrage nach Gas. Die Erdgasspeicher in Europa hatten u.a. wegen einer kälteren und längeren Heizperiode in 2020/2021 deutlich geringere Füllstände als in den Vorjahren.
  • Der CO2-Preis steigt jährlich, mit dem insbesondere konventionelle Energieträger wie Kohle oder Gas belastet werden.
  • Die hohen Preise im Gas-Großhandel beeinflussen auch die Strompreise. Die schwache Stromeinspeisung der erneuerbaren Energien im ersten Halbjahr 2021 und der schrittweise Verzicht auf weitere Kraftwerkstypen (Atom und Kohle) führte zu einem vermehrten Einsatz von Gaskraftwerken zur Stromproduktion und treibt sowohl den Gas- als auch Strompreis weiter in die Höhe.
  • Der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland schüren die Angst vor einer Gasknappheit und führen aktuell zu einer weiteren Preisexplosion.
  • Um die Erdgasversorgung bei einer Gasmangellage sicherzustellen, hat die Bundesregierung die Gasumlage zum 01. Oktober 2022 eingeführt. Mit der Umlage werden die Mehrkosten gleichmäßig auf alle Erdgas-Verbraucher:innen verteilt. 
    • Mit der Erdgasspeicherumlage sollen die Kosten gedeckt werden, welche für den zusätzlichen Einkauf von Erdgas entstehen, damit die Speicher gefüllt werden können.
    • Die Erdgasbeschaffungsumlage soll die Zusatzkosten der Erdgasimporteure, die diese aufgrund der Drosselung russischer Lieferungen für die kurzfristige und teure Ersatz-Beschaffung von Erdgas aufbringen müssen, decken. 

 

Warum hat die Entwicklung der Gaspreise auch Auswirkungen auf die Strompreise?

Neben der Einspeisung von erneuerbaren Energien wird Strom in Deutschland und Europa in Atom- und Kohlekraftwerken auch in Gaskraftwerken erzeugt. Die schwache Stromeinspeisung der erneuerbaren Energien im ersten Halbjahr 2021, der schrittweise Verzicht auf die Stromerzeugung über Atom- und Kohlekraftwerken in Deutschland und die unerwartet hohe Nachfrage nach Strom nach dem Corona-bedingten Einbruch 2020, führte zu einer vermehrten Stromproduktion über Gas. Da die Preise für Erdgas massiv gestiegen sind, hat sich auch der Brennstoffeinsatz von Erdgas in den Gaskraftwerken zur Stromproduktion verteuert, weshalb die Kosten der Stromproduktion seit Anfang 2021 ebenfalls deutlich angestiegen sind.

Was ist der CO2-Preis?

Um das Klimaschutzziel - bis 2030 55 % weniger Treibhausgase im Vergleich zu 1990 - zu erreichen, hat die Bundesregierung ab 01. Januar 2021 eine CO2-Bepreisung für die Bereiche Wärme und Verkehr eingeführt. Über ein nationales CO2-Emissionshandelssystem erhält der Ausstoß von Treibhausgasen, verursacht durch Brenn- und Kraftstoffe wie Benzin und Diesel für Autos oder Erdgas zum Heizen der Wohnung, einen Preis. Er soll Anreiz für ein umweltfreundliches Verhalten bei jedem Einzelnen schaffen und Klimaschutzmaßnahmen finanzieren. 
Unternehmen oder Personen, die mit Benzin, Diesel, Heizöl, Flüssiggas oder Erdgas heizen oder Auto fahren, müssen nicht selbst am nationalen CO2-Emissionshandelssystem teilnehmen. Das müssen nur die sogenannten Inverkehrbringer der Brennstoffe, also etwa Gaslieferanten oder Unternehmen der Mineralölwirtschaft. Das bedeutet, dass wir als Energieversorger verpflichtet sind, für den Treibhausgasausstoß, den unser Erdgasprodukt bei Ihnen verursacht, Verschmutzungsrechte in Form von Zertifikaten zu erwerben. Das geschieht über den neuen nationalen Emissionshandel. Den daraus entstandenen CO2-Preis für das Heizen stellen wir Ihnen dann in Rechnung und geben diesen unmittelbar an den Staat weiter.

Der Preis wurde erstmalig in 2021 mit 25 Euro pro Tonne CO2 festgesetzt. Daher haben wir Anfang 2021 den Gaspreis entsprechend angepasst. Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass der CO2-Preis bis 2025 jährlich steigt. 2022 liegt der CO2-Preis bei 30 Euro pro Tonne CO2

Da sich der CO2-Preis auf jede verbrauchte Kilowattstunde bezieht, können Sie diese Kosten selber reduzieren:
Je weniger Erdgas Sie verbrauchen, desto weniger Kosten entstehen Ihnen!

  • Sparen Sie so viel Erdgas wie möglich ein. Unsere Energiespartipps helfen Ihnen dabei.
  • Gerne unterstützen Sie auch unsere Energieberater bei Energieeffizienz-Fragen rund um Haus und Wohnen.

 
Video: Was ist dieser neue CO2-Preis?

Warum steigt mein aktueller Strom- und Erdgastarif nicht in gleichem Maße wie die Beschaffungspreise?

Einen Großteil der Energiemengen, die Sie als unsere Kundin oder unser Kunde für das Jahr 2022 benötigen, haben wir bereits frühzeitig beschafft. Sie profitieren daher aktuell von einem Durchschnittswert, der sich aus unserer Beschaffung der letzten Jahre ergibt. Wir verteilen so das Beschaffungsrisiko, das sich durch die schwankenden Einkaufspreise ergibt, über mehrere Jahre. In Zeiten, in denen die Preise steigen, haben Sie dadurch einen Vorteil. So konnten wir sowohl die Preise für Strom als auch die Preise für Erdgas, auch über die Heizperiode 2021/22, für Sie stabil halten. Dennoch sind auch wir als regionaler Energieversorger leider nicht unabhängig von diesen Entwicklungen auf den Energiemärkten. Natürlich müssen wir für Sie weitere Gas- und Strommengen für dieses und die nächsten Jahre zu den aktuellen Preisen beschaffen. Daher können auch wir uns, wie viele andere Energieversorger, Preissteigerungen nicht entziehen. Wir informieren Sie aber selbstverständlich umfassend und schriftlich über Preiserhöhungen. 

Warum steigt der Strompreis, wenn ich Ökostrom aus der lokalen Wasserkraftanlage bekomme?

Stromerzeugung und Strombeschaffung bzw. -vertrieb sind zwei voneinander getrennte Geschäfte. Der von der REWAG produzierte Strom wird am Großhandelsmarkt verkauft – dort wiederum beschafft der REWAG Vertrieb bedarfsgerecht Strom, bevor er ihn an die Kund:innen verkaufen kann.

Den Großhandelspreis für die Energie bestimmen Angebot und Nachfrage an der Strombörse. Dort wird jedoch nicht unterschieden zwischen konventionell produziertem Strom (z. B. aus Gas, Kohle, Kernenergie) und Ökostrom aus erneuerbaren Energien. Strom hat zu einem bestimmten Zeitpunkt den gleichen Preis. Steigende Kosten bei der konventionellen Stromerzeugung und damit steigende Großhandelspreise wirken sich also im gleichen Maße auf die Preise für Ökostrom aus.

Welchen Einfluss hat die Einführung der Erdgasumlagen (ab 01.Oktober 2022) auf die aktuellen Erdgaspreise?

Die Bundesregierung hat ein umfassendes Gesetzespaket verabschiedet, das die Erdgasversorgung bei einer Gasmangellage sicherstellt. Zusätzlich wird ermöglicht, dass Mehrkosten gleichmäßig auf alle Erdgas-Verbraucher:innen verteilt werden können. Diese sind ab 01. Oktober 2022 Bestandteil Ihres Erdgas-Arbeitspreises.

Hintergrund zur Einführung der Gasumlagen 
Durch die Drosselung des Gasimports durch russische Lieferanten müssen Gasimporteure (z.B. Uniper) und Gasspeicherbetreiber (z. B. die Firma Trading Hub Europe (THE)) unter hohen Kosten Ersatz beschaffen. Das hat für die betroffenen Unternehmen erhebliche Verluste zur Folge, die sie nur zeitlich begrenzt decken können. Die zusätzlichen Kosten können aufgrund vertraglicher Regelungen häufig nicht an die Kund:innen weitergegeben werden. Bei einer „individuellen" Preisanpassung hätten Gaskunden, deren Lieferanten z. B. günstigeres Gas aus Norwegen beziehen, deutlich geringere Preisaufschläge hinnehmen müssen als Gaskunden, deren Gaslieferanten bisher viel Gas aus Russland bezogen. In einer solchen Situation droht der Zusammenbruch und das Funktionieren des Gasmarkts. Um das zu vermeiden, hilft die sog. "Gasumlage“, die Marktmechanismen und Lieferketten so lange wie möglich aufrecht erhält und Insolvenzen von Gashändlern verhindert. Die betroffenen Gasimporteure tragen bis zum Oktober alle Kosten für die Ersatzbeschaffung allein. 10 % der Kosten tragen die betroffenen Gasimporteure für die Zeit der Umlage selbst. Die Zusatzkosten, die beim Einkauf von Ersatzgas anfallen, werden mittels dieser Umlagen gleichmäßig solidarisch auf alle Erdgasverbraucher:innen verteilt. Wir als regionaler Energieversorger sind gesetzlich verpflichtet, die aus dieser Umlage erzielten Einnahmen vollständig abzuführen, sie verbleiben also nicht in unserem Unternehmen.

Erdgasspeicherumlage ab 01. Oktober 2022
Die Erdgasspeicherumlage nach §35e im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) soll die Versorgungssicherheit in Deutschland sicherstellen. Sie soll dazu beitragen, dass im Winter auch bei einem Ausfall von Gasimporten die Gasversorgung in Deutschland gesichert ist. Mit der Umlage werden der Firma Trading Hub Europe (THE), die für die Gas-Organisation am deutschen Markt zuständig ist, die Kosten ersetzt, welche für z.B. den zusätzlichen Einkauf von Erdgas entstehen, damit die Speicher gefüllt werden können. Die Füllstandsvorgabe besagt, dass die Gasspeicher zum 01. November mindestens zu 95 % gefüllt sein sollen. Die Höhe der Umlage beträgt 0,07 ct brutto (0,059 ct netto) pro Kilowattstunde. Sie wird von 01. Oktober 2022 bis voraussichtlich 31.03.2025 erhoben. Die Anpassung der Umlage ist alle sechs Monate möglich. Zu Beginn jedoch mit einer Ausnahme: Die erste Anpassung ist bereits nach drei Monaten möglich (zum 31.12.2022). Die Umlage fließt als Preisbestandteil in den Gaspreis ein, wodurch alle Gaskunden solidarisch an den Mehrkosten beteiligt werden.

Erdgasbeschaffungsumlage ab 01. Oktober 2022
Die Erdgasbeschaffungsumlage gemäß § 26 nach der Gaspreisanpassungsverordnung (GasPrAnpV) hat zum Ziel die Zusatzkosten der Erdgasimporteure, die sie aufgrund der Drosselung russischer Lieferungen für die kurzfristige und teure Ersatz-Beschaffung von Erdgas aufbringen müssen, zu decken. Diese Umlage kommt Gasversorgern wie Uniper zu Gute, die diese Mehrkosten aktuell noch nicht weitergeben können. Uniper war in finanzielle Turbulenzen geraten, sodass der Bund ein milliardenschweres Rettungspaket beschlossen hatte. Mit der Umlage werden die Mehrkosten auf alle in Deutschland verkauften Erdgasmengen verteilt. Die Höhe der Umlage beträgt 2,88 ct brutto (2,42 ct netto) pro Kilowattstunde. Sie wird von 01. Oktober 2022 bis voraussichtlich 30.09.2024 erhoben. Eine Änderung der Umlage ist alle drei Monate möglich. Die Umlage fließt als Preisbestandteil in den Gaspreis ein, wodurch alle Gaskunden solidarisch an den Mehrkosten beteiligt werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Bundeswirtschaftsministeriums

Welche Unterstützung erhalte ich angesichts steigender Energiekosten von der Bundesregierung?

Um die steigenden Energiepreise abzufedern, hat die Bundesregierung drei Energieentlastungspakete (steuerliche Entlastungen und zusätzliche Einmalzahlungen) beschlossen:
 

Erstes Entlastungspaket: 

  • Der Arbeitnehmerpauschbetrag steigt von 1.000 Euro auf 1.200 Euro (rückwirkend zum 01. Januar 2022).
  • Der Grundfreibetrag steigt um 363 Euro auf 10.347 Euro (rückwirkend zum 01. Januar 2022).
  • Die Entfernungspauschale für Fernpendler (ab dem 21. Kilometer) steigt von 35 auf 38 Cent (rückwirkend zum 01. Januar 2022).
  • Die Mobilitätsprämie steigt auf 38 Cent (rückwirkend zum 01. Januar 2022).
  • EEG-Umlage bei Strom entfällt ab 01. Juli 2022 (EEG-Umlage wurde von 3,723 Cent netto pro Kilowattstunde (4,43 Ct/kWh brutto) auf 0 Cent pro Kilowattstunde gesenkt)
  • Selbständige und Freiberufler sollen die Energiepauschale über eine einmalige Senkung ihrer Einkommensteuer-Vorauszahlung erhalten
  • Einmaliger Heizkostenzuschuss in Höhe von 270 Euro für Empfängerinnen und Empfänger von Wohngeld (bei Haushalt mit zwei Personen: 350 Euro, pro weiterem Familienmitglied 70 Euro
  • 230 Euro für Azubis und Studentinnen und Studenten im Bafög-Bezug 
     

Zweites Entlastungspaket:

  • Einmalige Energiepreispauschale für Arbeitnehmer in Höhe von 300 Euro als Zuschuss zum Gehalt 
  • Die Energiesteuer auf Kraftstoffe wird für 3 Monate ab 01. Juni 2022 um 30 Cent pro Liter beim Benzin und 14 Cent beim Diesel gesenkt
  • Kinderbonus 2022 als zusätzliche Einmalzahlung für Familien von 100 Euro pro Kind.
  • Einmalzahlung für Empfänger:innen von Sozialleistungen in Höhe von 200 Euro
  • Einmalzahlung für Empfänger:innen von Arbeitslosengeld 1 in Höhe von 100 Euro.
  • Einführung eines 9-€-Tickets pro Monat für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für einen Zeitraum von 90 Tagen.
     

Drittes Entlastungspaket:

  • Vorgezogener vollständiger Sonderausgabenabzug von Altersvorsorgeaufwendungen: Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung können bereits ab 2023 vollständig als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Das entlastet Arbeitnehmer:innen im Jahr 2023 um rund 3,2 Milliarden Euro und 2024 um 1,8 Milliarden Euro.
  • Erhöhung des Sparer-Pauschbetrags von 801 Euro auf 1.000 Euro: Damit wird die private Altersvorsorge gestärkt – damit sich Sparen und Investieren lohnt.
  • Entfristen und Verbessern der Home-Office-Pauschale: Damit wird pro Home-Office-Tag ein Werbungskostenabzug bei der Einkommensteuer von 5 Euro, maximal 1.000 Euro pro Jahr möglich.
  • Fördern des Ausbaus von Photovoltaikanlagen: Mit Wirkung zum 1. Januar 2023 sollen steuerliche und bürokratische Hürden bei der Installation und dem Betrieb von Photovoltaikanlagen abgebaut werden.
  • Spitzenausgleich für energieintensive Unternehmen bei Strom- und Energiesteuern wird um ein weiteres Jahr verlängert.

 

Mehr Informationen zum Thema Entlastungspakete erhalten Sie hier:

Entlastungspakete Bundesfinanzministerium
 

Welche regionale Unterstützung erhalte ich angesichts steigender Energiekosten?

Als kommunales Unternehmen bieten wir unseren Kunden umfangreiche Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten an. Mit unseren Partnern des Runden Energietischs haben wir Ihnen Informationen zu regionalen Lösungsmöglichkeiten zusammengefasst:

Mehr zum Runden Energietisch und Unterstützung bei Zahlungsschwierigkeiten

Warum lohnt sich ein Wechsel, weg vom örtlichen Energieversorger wie der REWAG, nicht?

Als regional verwurzelter Energieversorger ist unser Ziel für Regensburg und die Region, eine sichere und zuverlässige Energieversorgung zu fairen Preisen zu garantieren. Die REWAG verfolgt eine langfristige Beschaffungsstrategie. Unsere Bestandskunden profitieren somit von einem Durchschnittswert aus der Beschaffung der letzten Jahre und diesem Jahr (2022). Dennoch sind auch wir als regionaler Energieversorger leider nicht unabhängig von diesen Entwicklungen auf den Energiemärkten. Natürlich müssen wir für Sie weitere Erdgas- und Strommengen zu den aktuellen Preisen beschaffen. Daher können auch wir uns, wie viele andere Energieversorger, den Preissteigerungen langfristig nicht entziehen. 
Als Grundversorger haben wir zudem den Auftrag, immer als Versorger einzuspringen, falls sich andere Anbieter aus dem Geschäft zurückziehen. Wir gewährleisten in solchen Fällen eine übergangslose Versorgung der betroffenen Kund:innen. In letzter Zeit machen einige unserer Kund:innen die Erfahrung, dass der beim Wechsel gewählte Energielieferant insolvent wurde oder die Belieferung eingestellt hat. In so einem Fall kann es passieren, dass Vorauszahlungen nicht zurückerstattet werden oder sie bei einem neuen Versorger zu deutlich höheren Preisen abschließen müssen.
Darüber hinaus sehen wir uns in der Verantwortung, Regensburg und die Region als attraktiven Lebensraum für die Menschen zu erhalten: Wir treiben mit unseren Einnahmen auch die nachhaltige Entwicklung in unserer Stadt und Region voran und unterstützen eine Vielzahl an Projekten, Vereinen und Initiativen, die der Allgemeinheit zugutekommen. Zudem können Sie sich bei Fragen stets an uns wenden und wir sind immer persönlich für Sie da.
 

Weitere Themen

Vor dem Hintergrund der turbulenten Zeiten für die Energiebranche erreichen uns viele Fragen unserer Kund:innen. Die wichtigsten Informationen haben wir für Sie in FAQs zu den einzelnen Themen zusammengestellt:

Fragen und Antworten zu Ihrem Vertragsverhältnis, oder weiteren Service-Themen, finden Sie wie gewohnt unter unseren FAQs.

Sie haben noch Fragen?
Wir beraten Sie gerne.

Kontakt